Seite - 330 - in Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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Ein Streifzug dies« und jenseits der Tllllern.
aus jenem Theile der Tauernkettc halte, wo noch nicht die Gletscher»
natur ihre Wunder entfaltet.
Wir kamen auf unserer Fahrt zuerst nach Hollersbach am Ein-
gänge des Hollersbachthales. Das Hauptthal von Pinzgau hat sich
von Mittersill an verengt, und wenn man nach einer Krümmung
zwischen den einzeln stehenden Häusern und der Kirche des ärmlichen
Dorfes hindurch, dann über die Salzachbrücke wieder das linke Ufer
des Flusses gewonnen hat, so fährt man in der That hart unter den
Abhängen der nördlichen Thalwand hin.
Anch aus dem Schlüsse des Hollersbachthales leuchten Gletscher
heraus, doch nicht mehr zum Gebiet des Glöckners, sondern bereits
zu jenem des Veuedigers gehörige.
In Mühlbach, der nächsten Ortschaft am Wege, mit dem bezeich-
nenden Merkmale eines MontanorteS, der von Kohlen schwarzen Straße,
werden die im nahen Brennthale gewonnenen Erze geschmolzen und
ein erhebliches Quantum von Kupfer, Schwefel und Vitriol jährlich
erzielt. Das nach Norden laufende Mühlbachthal beginnt in dieser
Gegend und die nördlichen oder die „Sonn"-Verge von Pinzgau
weichen nirgends so weit von der Straße zurück und senken sich nirgends
so sehr, als nahe seinen: Anfange zwischen Mühlbach und Bramberg,
und es thut wahrhaftig wohl, auf ^dieser^ Seite^wieder einmal eine
Verbindung mit der übrigen Welt zu ahnen.
Als wir durch Bramberg fuhren, trat die Gestalt Paul Rohr-
eggers, welcher in diesem Orte k. k. Ncvierförster war, und später
und noch im Jahre 1841 hier wohnte, lebhaft vor meine Seele.
Fast 7Nj»hrig machte er die erste Ersteigung des Veuedigers im Jahre
1841 mit und erwies der Gesellschaft dadurch einen wesentlichen
Dienst, daß er sie auf dem Mckmege vom Keeskar an bis zu den
ersten Alpen über den Gletscher führte. So wurde der gefürchtete
Heimweg über die den Gletscher östlich dämmende Stierlanerwand,
über welche der Hinweg in der That genommen worden war, erspart
und vielleicht ein großes Unglück verhindert, da bei der Zahl von
39 Theilnehmern dieser Bergfahrt, und darunter so manchen zu Berg-
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
- Titel
- Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
- Autor
- Anton von Ruthner
- Verlag
- Carl Gerold's Sohn
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.8 x 19.2 cm
- Seiten
- 440
- Schlagwörter
- Alpen, Gebirge, Natur
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918