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Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
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Seite - 146 - in Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869

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146 Meine vierte Besteigung, der Tonne vor dem Hanse, die der Bach trieb, gewaschen wurden. Ich gelobte, daß ein Engländer, der künftig in Val Tournanche erkrankte, nicht so einsam sein solle, wie ich in dieser traurigen Zeit war.* Die Nachricht von meinem Unfälle führte Johann Anton Carre! nach Vreil, und mit dem stolzen Jäger kam einer seiner Ver- wandten, ein starker und behender junger Bursche, Namens Cäsar. Mit diesen beiden Männern und mit Meynet machte ich am 23. Juli einen neuen Versuch. Ohne Anstand gelangten wir zum Zelte und ^ Da es selten vorkommt, daß Jemand einen solchen Fall überlebt, so tzürt man vielleicht gern, was ich während meines Sturzes empfand. Ich wußte vollständig, was geschah, und fühlte jeden Schlag, hatte aber wie ein chluroformnter Kranker keine Schmerzen, Jeder Schlag war natürlich stärker als der vorhergehende, und ich erinnere mich genau, daß ich dachte: „Ist der nächste n»ch starker, dann ist es vorbei," Wie bei Personen, die uum Ertrinken gerettet worden find, schussen mir eine Nenge Dinge durch den Kopf, häusig bloße Kleinigkeiten oder Dummheiten, die ich längst vergessen hatte. Noch merk- würdiger ist, daß dieses Springen durch den leeren Raum mir nicht unange- nehm war. Ich denke mir, daß ich nicht tief mehr zu fallen brauchte, um Bewußtsein und Empfindung gänzlich zu verlieren, und daraus stütze ich meine Behauptung, die Vielen als unhaltbar erfcheinen mag, daß der Tod durch einen Fall von grußer Hütze ein so schmerzloses Ende ist, wie es nur eines geben kann. Ich schlug sehr stark auf, erlitt aber keinen Knuchmbruch, Meine schwer- 'steu Verletzungen waren ein Uier Zoll langer Schnitt oben auf dem Kopfe und ein drei Zull langer an der rechten Schläfe, der furchtbar blutete. Einen Schnitt von der Länge des letzteren hatte ich m der Fläche der Unten Hand und jedes Glied war mehr oder minder zerschunden und geritzt. Meine Ohren- spitzen waren abgerissen und eine scharfe Felsenspitze hatte mir mit einem Schlage ein rundes Stück aus meinem linken Stiefel, Strumpfe und Knüchel heraus- geschnitten, So gr«ß der Blutverlust war, brachte er mir keinen dauernden Nachtheil. Die schlimmste Folge war, daß mein ausgezeichnetes Gedächtniß zu einem ganz gewöhnlichen wurde. Än entferntere Vorgänge erinnere ich mich so gut wie früher, aber die Ereignisse jenes UnglückBtnges würden mir ganz entschwunden sein, wenn ich mir nicht vor dem Unfall einige Notizen gemacht hätte.
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Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
Titel
Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
Autor
Edward Whympers (Friedrich Steger)
Verlag
George Westermann
Ort
Braunschweig
Datum
1892
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
12.2 x 18.4 cm
Seiten
490
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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