Seite - 160 - in Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
Bild der Seite - 160 -
Text der Seite - 160 -
160 Weshalb Tyndall scheiterte,
4VV Fuß Über eine der schwierigsten Stellen des Gebirges hinaus-
gekommen.
Die gedruckte Erzählung Tyndalls und die mündlichen Mit-
theilungen der Carrels weichen bedeutend Kon einander ab, Tyn-
dall sagt, daß die Leute angetrieben werden mußten, von der
Schlucht entschieden nichts wissen wollten und so muthlos wurden,
daß Bennen zuletzt sagte: „Was läßt sich thun, Herr Professor?
Keiner von ihnen würde mich begleiten." Während Tyndall dies
für die reine Wahrheit erklärt, sagt Johann Anton Carrel: „Als
Tyndall den Befehl zum Umkehren gab, wollte ich vorgehen und
den Weg vrüfen, da ich ein weiteres Vordringen nicht für un-
möglich hielt, aber der Professor rief mich zurück und ich mußte
natürlich den Anderen folgen,"* Wir können diese Widersprüche
denen überlassen, welche bei ihnen betheiligt sind, Tyndall, Walter
und Bennen verschwinden ^etzt aus dieser Erzählung."'
" Ich bin auf diesen Gegenstand tiefer eingegangen, weil mau sich ge-
wundert hnt, daß Varrel über diese Stelle, bei der 1862 eine so große Ge-
sellschaft umkehrte, 18U2 uhnc erhebliche Schwierigkeiten weggekommen ist. Die
Ursache Mm Tl)ndallZ Niederlage war einfach die, das; ein zweiter Führer
<Walter) dem eisten (Vennen) nicht die erforderliche Hülse leistete, und daß
die Carrels nicht als Führer auftreten wollten, da man sie als Träger ge-
miethet hatte. I, I, Carrel kannte nicht blos die Existenz dieser Stelle, bevor
er sie erreichte, fundern glaubte auch stets an die Möglichkeit, sie zu überwinden
und dm Berg zu ersteigen. Hätte ei die Gesellschaft geführt, so wäre die
Spitze ohne Zweifel erklommen worden. Wie war es aber möglich, daß er,
ein Italiener und ein bloßer Träger, der sich für den ersten Mann des Ber-
ges und diesen Weg für sein Eigenthum hielt, Hülfe leistete, als er Bennen,
einen Schweizer und anerkannten Führer der Gesellschaft, unterstützen sollte.
Es ist schwer zu begreifen, wie Tyndall und Bennen die Existenz dieser
Schlucht überscheu konnten, da man sie von uerschiedene'n Richtungen, am
besten vom Theodule-Passe, wahrnimmt. Noch unbegreiflicher ist, wie der
Professur glauben konnte, daß er uum Gipfel blos noch einen Steinwurf ent-
fernt sei, denn als er daZ Ende der Schulter erreichte, mußte er sich über-
zeugen, daß die ganze Höhe des eigentlichen Gipfels noch über ihm sei.
" Tyndall erstieg 1868 das Matterhom,
Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Titel
- Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Autor
- Edward Whympers (Friedrich Steger)
- Verlag
- George Westermann
- Ort
- Braunschweig
- Datum
- 1892
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 12.2 x 18.4 cm
- Seiten
- 490
- Schlagwörter
- Alpen, Gebirge, Natur
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918