Seite - 174 - in Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
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174 Geriefte Felsen.
Vor, sie niuellirte Felsen zu nennen, damit man sie mit
mouwunWZ nicht verwechselt.*
9) Durch dariibcrgehende Gletscher entstehen auf den Felsen
häufig Streifen <s, die Illustration zu S. 167). Sie werden durch
die fremden Körper des Gletschers hervorgebracht, die entweder fest
im Eist stecken, oder zwischen ihm und dem Gletscher rollen und
gleiten. Diese fremden Körper sind theils Trümmer, die durch die
Thätigkeit des Gletschers von ihrem Felsbette losgelöst sind, theils
Steine, welche auf die Oberfläche des Gletschers gefallen und in
Spalten gerutscht, oder auf andere Weise nach unten gelangt sind.**
" Bon Saussure stammt der Ausdruck rocke» lnouwrmsW und er nahm
ihn, wie er sagt, aus folgenden Gründen an: „Weiter weg, hinter dem Dorfe
Iuüicuill oder Envionne sieht man Felsen von der Form, die ich moutomiss
nenne. Die Hügel, auf die ich diesen Namen anwende, bestehen aus einer
Gruppe abgerundeter Kuppen, Diese Dome machen im ganzen den Eindruck
eines starken Vließes oder der Perrücke, die man auch inoutauuss nennt."
Wie Saussurc den Nusdruct gebraucht, ist er passend, aber auf vollständig
abgeschliffene und uiuellirte Oberflächen darf man ihn nicht anwenden,
^ „Wer den Weg diefer mächtigen Maschine kennt, der sieht sofort, wo
große Blöcke tieft Furchen gezogen, wo Nein« Kiesel leichte Spuren hinter-
lassen, wo Steine mit scharfen Ecken scharfe Kritzeln gemacht und wo Sand
und Kies die Felsenfläche gerieben, geglättet und hell und glänzend geschliffen
haben. Diese Zeichen lassen sich von einem aufmerksamen Beobachter nicht
verkennen; die Kritzeln, Furchen und Streifen sind immer rechtwinklig, laufen
in der Richtung der Gletscherbewegung und zeigen sich am deutlichsten auf
der Seite der Unebenheiten, welche der in Bewegung befindlichen Masse ent-
.gegensteht, während die Lee-Seite gewöhnlich unberührt bleibt.
Hier und dort an den Seiten eines Gletschers ist es möglich, zwischen
den Felswänden und dem Eise bis zu einer großen Tiefe einzudringen und
einer solchen Kluft sogar bis zum Grunde des Thales, zu folgen, und überall
fanden wir das Eis uon Steinen jeder Grüße, uom Kiesel bis zum Vlock
durchsetzt, ebenso von Sand und Kies aller Arten, vom gröbsten bis zum
kleinsten Korn, und diese Stoffe, die mehr oder minder fest im Eise stecken,
bilden die kratzende Oberfläche, die auf ihrer Bewegung zu den Nlpenthälern
unten überall unzweideutige Spuren ihres Ganges zurückläßt." Agassiz im
„Atlantic Monthly".
Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Titel
- Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Autor
- Edward Whympers (Friedrich Steger)
- Verlag
- George Westermann
- Ort
- Braunschweig
- Datum
- 1892
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 12.2 x 18.4 cm
- Seiten
- 490
- Schlagwörter
- Alpen, Gebirge, Natur
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918