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Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
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Seite - 408 - in Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869

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408 Ein Gletscher tan» sich in befchnintle weiche Stellen nicht cinaraben, Wenn dic abgeschliffenen Felsen dem Abkratzen des Gletschers ausgesetzt bleiben, so entsteht nichts dieser Art, Die Tendenz des Quarzes, hervorzutreten, wird unaufhörlich gehemmt, weil das Eis jeden Vorsprung mit vermehrter Kraft angreift. Wenn Quarz zu- fällig über dic umliegenden Felsen vorsteht, su lenkt er den Druck des Eises auf sich, und diese Lage der Dinge dauert so lange fort, bis Quarz und Gneis auf dasselbe Niveau heruntergebracht sind. Bei diesen Dingen besteht wenig Meinungsverschiedenheit. Es ist wohlbekannt, daß alle Vorsprünge im Bett eines Gletschers vom Eise angegriffen werden, und daß die Vertiefungen dadurch Schutz gegen das Abschleifen finden.* Daher kommt es, daß von Felsoberflächen, auf welche Gletscher einwirken, schließlich alle Ecken und fast alle Curven weggeschliffen werden. Daher kommt es, daß wir an Stellen, die cm Gletscher stark angegriffen hat, das Gestein flacher, d. h. weniger convex finden als an anderen, wo die Erosion geringer gewesen ist. Es ist also klar, daß ein Gletscher sich in weiche Stellen, welche einen beschrankten Raum einnehmen, nicht eingräbt und nicht eingraben kann. Dies ist keine Ansicht, sondern eine Gewißheit, und ich halte es für unverantwortlich, im Angesicht solcher feststehen- den Thatsachen zu behaupten, daß die Lachen und kleinen Sümpfe in Felsbecken, die in fast allen Gebirgsländern zahlreich sind, ihre Existenz der ausgrabenden Kraft des Eises verdanken müssen, blos weil ein Gletscher über sie weggegangen ist. Von geringem Urtheil zeugt ferner, daß ich mich nicht stärker ausdrücke, das Abrunden * „Als ich am 19, August des vorigen Jahres Uum Weißhuru herunter- stieg, fand ich am Nande eines Gletschers eine Stelle, wu das Eis eine Vertie- fung, über die es weggegangen war, ohne hineingedrückt zu weiden, vollständig überbrückte," Tyndall, Bergfahrten im Iahie 1861, Sein Zeugniß ist be- funders werthvull, da er die Ansichten nicht theilt, die ich oben entwickelt habe.
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Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
Titel
Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
Autor
Edward Whympers (Friedrich Steger)
Verlag
George Westermann
Ort
Braunschweig
Datum
1892
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
12.2 x 18.4 cm
Seiten
490
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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