Seite - 420 - in Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
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Siebzehntes Kapitel.
Der Col Dolent.
I^iele Bergsteiger haben in letzter Zeit die Gewohnheit angenom-
men, eine Alpe zu erklettern, auf der anderen Seite herunterzu-
steigen und diesen Weg einen Paß zu nennen. In dieser Ideen-
verwirrung erkennt man das Resultat einer Gedankenlosigkeit, die
aus dem Mangel an praktischer Vorbildung hervorgeht. Der
wahre Gläubige verabscheut solche Ketzereien und bemerkt mit Freu-
den, daß die Vorsehung die Sünder häufig straft, indem sie sie in
die Irre führt. Der Mann von Fach weiß, daß ein Paß immer
zwischen Bergen - liegt und nicht über die Gipfel führt. Sein
Wissen sagt ihm, daß zwischen zwei Bergen immer ein Paß vor-
handen sein muß, und ei hat den festen Glauben, daß der Zweck,
zu dem die großen Berge geschaffen, das Amt, das ihnen aus-
drücklich übertragen wurde, darin besteht, den Weg anzudeuten,
den man zu gehen hat. Dies ist der wahre Glaube und einen
anderen giebt es nicht.
Am 26. Juni machten wir den Versuch, die streng orthodoxen
Pässe um einen neuen zu vermehren. Wir hofften mehr, als wir
erwarteten, daß sich vun Courmayeur nach Chamouny ein besserer
Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Titel
- Berg- und Gletscherfahrten in den Alpen in den Jahren 1860 bis 1869
- Autor
- Edward Whympers (Friedrich Steger)
- Verlag
- George Westermann
- Ort
- Braunschweig
- Datum
- 1892
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 12.2 x 18.4 cm
- Seiten
- 490
- Schlagwörter
- Alpen, Gebirge, Natur
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918