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106 | Theodor Domej
Sprache, also als sozusagen landfremde und darüber hinaus gerade erst entstan-
dene oder erst im Entstehen begriffene künstliche Varietät (bezeichnet als „Neu-
slowenisch“) dargestellt. Diese von deutschnationalen Eliten entwickelten
Fremdbilder wurden offensiv unter der slowenischsprachigen Bevölkerung ver-
breitet.
Nur wenige Kärntner Lehrerinnen und Lehrer waren der slowenischen Spra-
che zugeneigt. In den meisten Fällen bekamen sie abgelegene Dienstorte zugewie-
sen. Einer dieser Lehrer war Karl Doberšek, der auf der folgenden Postkarte seiner
Profession gemäß auch just den fehlerhaften slowenischen Aufdrucktest händisch
korrigierte und seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler herzlich mit einer
Postkarte grüßte.7
Abb. 1 und 2: Gruß aus Schwabegg. Pozdrav iz Švabeka [sic im Aufdrucktext],
ohne Verlagsangabe, gelaufen 1910
7 „Doberšek Karel“, in: Koroški biografski leksikon [online]. https://www.rav.sik.si/e-
knjiznica/koroski-biografski-leksikon/item/dobersek-karel (12.01.2020).
Bildspuren – Sprachspuren
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Titel
- Bildspuren – Sprachspuren
- Untertitel
- Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
- Autoren
- Karin Almasy
- Heinrich Pfandl
- Herausgeber
- Eva Tropper
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4998-1
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen