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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Wie die Nadel im Heuhaufen | 133 Jahrhunderts noch eine seltene Ausnahme war, war an der Wende zum 20. Jahr- hundert in bestimmten Milieus schon der Normalfall. Schließlich gab es ab der Jahrhundertwende ein Angebot an slowenischen Ansichtskarten, wenn auch ein sehr kleines. Ein Streiflicht auf die Zeit nach 1918: 1919/1920 kam es zu einem grundle- genden Wandel. Die Sprache der Ortsnamen wurde äußerer Ausdruck der natio- nalstaatlichen Inbesitznahme. Es war die Zeit der Überdrucke, der nachhaltigen Nationalisierung der Poststempel. Nach 1920 wurden in Kärnten (und nicht nur dort) einige Altbestände der neuen Lage angepasst. Durch Balken wurden die slo- wenischen Ortsnamen unkenntlich gemacht. Ansichtskarten mit slowenischen oder zweisprachigen Aufdrucken wurden nur noch ausnahmsweise hergestellt und zum Kauf angeboten. Ob es in Kärnten zwischen 1920 und 1938 insgesamt mehr als zehn Ansichtskarten mit slowenischen oder zweisprachigen Beschriftungen gab, ist fraglich (unberücksichtigt bleiben die zu Kirchenfesten, wie zum Beispiel anlässlich von Glockenweihen hergestellten Fotos im Ansichtskartenformat). Die im Privatbesitz befindlichen Altbestände aus der Zeit vor 1918 wurden allerdings noch lange beschrieben und im Postweg befördert. EXKURS ÜBER EINE KLEINE FAMILIENSAMMLUNG Ein wahrscheinlich nur bruchstückhaft erhaltenes Konvolut von postalisch gelau- fenen Ansichtskarten einer Kärntner slowenischen Bauernfamilie44 bietet Gele- genheit, etwas über den Gebrauch der slowenischen Sprache zu erfahren. Aus der Zeit zwischen 1902 bis 1918 blieben 29 Ansichtskarten erhalten, nur drei davon weisen slowenische Aufdrucke von Ortsnamen auf.45 Auf fünf Ansichtskarten sind Adress- und Inhaltsteil deutsch, zwei Karten mit deutsch verfasster Adresse haben einen slowenischen Inhaltstext. Acht Ansichtskarten haben einen komplett slowenischen Anschriftstext, alle Inhaltstexte sind in slowenischer Sprache ver- fasst. Die meisten Ansichtskarten haben im Adressenteil sowohl slowenische als auch deutsche Elemente (Schreibweise der Anrede, der Vor- und Familiennamen, 44 Fam. Hartman(n) in Loibach bei Bleiburg. Ich danke Frau Dr. Eva Verhnjak-Pikalo für die Einsichtnahme. 45 Dazu ist anzumerken, dass die übrigen aus teils weit entfernten Gegenden ihren Weg in den kleinen Unterkärntner Ort fanden (z. B. Paris, Rom, Bonn, Budapest, Dubrovnik, Wien, Prag, Innsbruck etc.), auch wenn die Adressierung in slowenischer Sprache ver- fasst worden war.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Titel
Bildspuren – Sprachspuren
Untertitel
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Autoren
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Herausgeber
Eva Tropper
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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