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Bildspuren – Sprachspuren - Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
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Laibach, Lemberg, Czernowitz | 139 zehnten vor dem Ende der Donaumonarchie dominant und zunehmend slowe- nischsprachig war, Lemberg dominant polnischsprachig und Czernowitz zwar multiethnisch besiedelt, doch dominant deutschsprachig? Spiegelt sich die jewei- lige sprachliche Vielfalt in den uns bekannten erhaltenen Postkarten aus demsel- ben Zeitraum wider, können uns die sprachlichen Besonderheiten der Aufdruck- und ggf. Mitteilungstexte etwas über die sprachliche Situation der jeweiligen Städte sagen? Das zur Verfügung stehende Material stützt sich zunächst auf eine begrenzte Anzahl an physisch greifbaren Postkarten aus der Sammlung des Ver- fassers (Laibach – ca. 80 Karten, Lemberg – ca. 40, Czernowitz – ca. 30), zahlrei- che dazu in Bibliotheken und Internet-Quellen gesammelte Scans von Postkarten, sowie auf einige Monographien des Typus „Die Stadt N. in alten Ansichtskarten“, welche in den Fußnoten angeführt sind und auf die im Ausweis der Abbildungen gegebenenfalls verwiesen wird. Somit beträgt die Zahl der von uns eingesehenen Postkarten für den Zeitraum 1895-1918 für Laibach und Lemberg über 350 und Czernowitz über 150 Stück. Diese Zahlen des berücksichtigten Materials sind für verlässliche quantitative Aussagen zu gering und die Art der Auswahl ist nicht für alle drei Städte gleichermaßen repräsentativ. Trotzdem wird man immer wieder, gestützt auf die Kenntnis der Datenlage und veranlasst durch das Material selbst, zu allgemeinen Aussagen über die Postkartenlandschaft angeleitet werden und auch dazu, Gewichtungen vorzunehmen, es soll jedoch hier noch einmal auf deren Relativität hingewiesen werden.6 Die im Artikel publizierten Karten stammen, wie bereits ausgeführt, mehrheit- lich aus der Sammlung des Autors dieser Zeilen, finden jedoch fast durchwegs type-Entsprechungen in den anderen eingesehenen Sammlungen (die slowenische National- und Universitätsbibliothek NUK, Verkaufsplattformen Ebay, delcampe u. a.). Wir verwenden hier die auf Charles S. Peirce zurückgehende Begrifflichkeit von type und token, um zwischen dem jeweiligen Postkartenmotiv in seiner ent- sprechenden Ausführung (type), und den zahlreichen davon existierenden konkre- ten Exemplaren (tokens), also den individuellen, postalisch gelaufenen oder nicht gelaufenen Einzelexemplare der Auflage eines Motivs, zu unterscheiden. 6 Einen guten Überblick über das multikulturelle Österreich, diesen „Staat der Kontraste“ (G. F. Umlauft, 1876), mit einer Fülle an Zitaten zu Begriffen wie Multi- und Plurikul- turalität bietet der Beitrag von Peter Rychlo im Tagungsband der 5. Österreich-Tage in Drohobytsch: P. R., „Multikulturalität und Mehrsprachigkeit in der Donaumonarchie 1848-1918“, in: Jaroslav Lopuschanskyj, Oleh Radchenko (Hg.), Komparatistische Forschungen zu österreichisch-ukrainischen Literatur-, Sprach- und Kulturbeziehun- gen, Drohobytsch, Graz 2018, S. 251-260.
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Bildspuren – Sprachspuren Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Titel
Bildspuren – Sprachspuren
Untertitel
Postkarten als Quellen zur Mehrsprachigkeit in der späten Habsburger Monarchie
Autoren
Karin Almasy
Heinrich Pfandl
Herausgeber
Eva Tropper
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-4998-1
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Postkarte, Mehrsprachigkeit, Habsburger Monarchie, Alltagsgeschichte, Kurznachrichtenträger, Alltagskommunikation, Fotografie, Untersteiermark, Mikrogeschichte, Eisenbahn, Tourismus
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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