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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
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141 das BiBElcompEndium dEs pEtrus Von poitiErs Das Compendium war ebenfalls als Hilfsmittel für den Unterricht konzipiert7 und wurde daher häufig mit der Historia scholastica zusammengebunden. In Cod. 490 nimmt es, zusammen mit einer Reihe von zusätzlichen diagrammatischen Darstel- lungen (siehe unten), die ganze erste Lage ein. Der Linzer Codex wurde vermutlich um oder kurz nach der Mitte des 13. Jahr- hunderts für das Zisterzienserstift Baumgartenberg hergestellt.8 Seine Ausstattung ist ungewöhnlich reich: Neben zahlreichen Rankeninitialen auf mehrfarbigem Grund sowie einer Vielzahl an Fleuronnée-Lombarden im Historia-Teil enthält er in der ersten Lage auch Deckfarbenminiaturen, nämlich zum einen mehrere win- zige figürliche Illustrationen zum Bibelabriss, zum anderen eine diesem vorange- stellte, dreiviertelseitige Weltdarstellung (siehe unten). Während sich die Initialen beider Gattungen stilistisch mühelos in die Baumgartenberger Buchproduktion des 13. Jahrhunderts eingliedern lassen,9 hängen die Miniaturen des Compendi- ums eng mit der paduanisch-venezianisch beeinflussten Ausstattung eines Missales und Graduales für das Benediktinerstift Seitenstetten zusammen.10 Ob daraus zu schließen ist, dass das Compendium von einem stiftsfremden Illuminator illustriert wurde, müsste noch untersucht werden.11 Schließlich enthält die erste Lage des gia Christi, Petrus Pictaviensis (112.?-1205). In: Pascale Bourgain, Francesco Siri, Domi- nique Stutzmann: FAMA. Œuvres latines médiévales à succès, 2017 (permalink: http:// fama.irht.cnrs.fr/oeuvre/254331), mit Bibliographie und Hinweis auf ein fallengelassenes Editionsprojekt. – Wichtigste gedruckte Publikationen zum Compendium (Auswahl): Philip S. Moore: The Works of Peter of Poitiers, Master in Theology and Chancellor of Paris, 1193–1205. Washington, D. C., 1936, besonders S. 97–110; William H. Monroe: A Roll-Manuscript of Peter of Poitiers’ Compendium. In: The Bulletin of the Cleveland Museum of Art 65 (1978), S. 92–107; Fingernagel, De fructibus carnis et spiritus (zit. Anm. 2), besonders S. 174–176; Andrea Worm: Geschichte und Weltordnung. Graphi- sche Modelle von Zeit und Raum in Universalchroniken vor 1500. Berlin 2019. 7 Petrus von Poitiers schreibt in seiner Vorrede zum Compendium, er habe dieses als Lern- und Memorierhilfe für seine mit der Weitläufigkeit der Heiligen Geschichte über- forderten Schüler konzipiert (Cod. 490, fol. 3v, Abb. 5). 8 Siehe im Folgenden. Die frühe Baumgartenberger Provenienz des Codex wird durch ein vorgebundenes Urbar mit Besitzvermerk aus dem 13. Jahrhundert bezeugt; zu diesem siehe Konrad Schiffmann: Quellen zur Wirtschaftsgeschichte Oberösterreichs und ein Necrologium des ehem. Cistercienserstiftes Baumgartenberg. In: Studien und Mitthei- lungen aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden 1899, S. 161–169, Abdruck des Urbars S. 165 f.; Digitalisat des Artikels unter: http://digi.landesbibliothek.at/vie- wer/!thumbs/AC04988862/1/. 9 Siehe Hranitzky, Diplomarbeit (zit. Anm. 3), S. 22–27, 32–34. 10 New York, Pierpont Morgan Library, MS M. 855. Abb. unter der URL http://ica.the- morgan.org/manuscript/158991, Literatur zum Codex unter: http://corsair.morganli- brary.org/msdescr/BBM0855z.pdf, ältere „curatorial description“ unter: http://corsair. morganlibrary.org/msdescr/BBM0855a.pdf. – Vgl. mit den Windfigürchen und der Christusfigur auf fol. 3v in Cod. 490 zum Beispiel die Kalendermedaillons auf foll. 1v und 6v bzw. die Madonna auf fol. 110v in MS M. 855. Zum stilistischen Zusammen- hang zwischen den beiden Handschriften, siehe Corrie, The Seitenstetten Missal (zit. Anm. 2), S. 122 f. sowie Hranitzky, Diplomarbeit (zit. Anm. 3), S. 89–93. 11 Die Fleuronnée-Lombarde zu Beginn des Compendiums stammt jedenfalls vom Flora- tor des Hauptteils, und auch die Schrift in der ersten Lage der Handschrift scheint auf Baumgartenberg hinzuweisen, siehe Hranitzky, Diplomarbeit (zit. Anm. 3), S. 35–38. Zur Genese der Handschrift siehe künftig Hranitzky, Cod. 490 (zit. Anm. 2).
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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