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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 171 -
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171 für rEcht und ordnunG Palmetten des Dekors etwa neben die Punktverdickungen der Serifen der Initiale gezeichnet, anstatt die Rundung dieser in das Blattmotiv zu integrieren, wie es später üblich ist. Durch die datierten Urkunden ist die Entwicklung des hier beschriebenen Fleuronnée-Stils nicht nur über einen längeren Zeitraum (von 1273/1275 bis 1287) dokumentiert, sondern lässt sich auch mit einiger Sicherheit mit dem Zisterziens- erstift Heiligenkreuz in Verbindung bringen. Schließlich bleiben in dem Konvo- lut, das mehrheitlich die Grundstücksverkäufe unterschiedlicher Privatpersonen regelt,18 der Abt und der Konvent von Heiligenkreuz, mit denen die Rechtsgeschäf- te überwiegend abgeschlossen wurden,19 sowie die Verwendung eines einheitlichen Fleuronnée-Stils die einzigen Konstanten. Die für die Fleuronnée-Initialen der Ur- kunden verantwortliche Kraft im Stift Heiligenkreuz oder in dessen unmittelba- rem Umfeld zu suchen, liegt daher nahe. Dies gilt wohl auch für jene die Abtei im Wienerwald betreffenden Dokumente, die im Unterschied zu den Urkunden ohne angegebenen Ausstellungsort in Wien geschrieben wurden: Heiligenkreuz, Stiftsar- chiv, Urk. 1285 IV 03, Urk. 1286 XII 24−3, Urk. 1286 XII 24−4. Heiligenkreuz − Wien − Herzog Albrecht I. Einerseits war das Stift Heiligenkreuz in der Stadt Wien durch den bereits er- wähnten Heiligenkreuzer Hof, der unter anderem als Verwaltungskanzlei der Klosterbesitzungen in und um Wien diente,20 präsent.21 Andererseits kam es häu- fig vor, dass auf Urkunden der Platz für einen vergrößerten Anfangsbuchstaben vom Schreiber ausgespart und erst nachträglich (zum Beispiel von einer ande- ren Person) mit einer Zierinitiale gefüllt wurde. Diese Vorgangsweise bestätigen 18 Zum Inhalt dieser Urkunden: Weis, Urkunden (zit. Anm. 14), S. 194 f. (Nr. 211), 220 f. (Nr. 240), 221 f. (Nr. 241), 223 f. (Nr. 244). 19 Ausgenommen davon sind zwei Urkunden, die das Zisterzienserinnenkloster St. Niklas in Wien betreffen und weiter unten behandelt werden. 20 Die Stadthöfe der Zisterzienser waren wichtige Verwaltungs- und Organisationszentren, in denen auch Rechtsgeschäfte, wie etwa Immobilienverkäufe, getätigt wurden. Darüber hinaus waren die Höfe ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Kloster auf dem Land und der Stadt. Dazu und zu weiteren Funktionen der Stadthöfe siehe Reinhard Schneider: Stadthöfe der Zisterzienser: Zu ihrer Funktion und Bedeutung. In: Zisterzienser-Stu- dien IV, Berlin 1979 (Studien zur europäischen Geschichte XIV), S. 11–28. − Die älteste urkundliche Erwähnung des Heiligenkreuzer Hofes in Wien stammt aus dem Jahr 1242, doch dürfte der Hof bereits früher existiert haben. Siehe dazu Alois Kieslinger: Der Hei- ligenkreuzer Hof in Wien. In: Sancta Crux. Zeitschrift des Stiftes Heiligenkreuz 1 (1951), S. 10–12, hier S. 10. – Dass im Heiligenkreuzer Hof nachweislich Rechtsgeschäfte abge- schlossen wurden, zeigt etwa die bereits erwähnte Melker Urkunde (Melk, Stiftsarchiv, Urk. 1273 IX 15). – In einer Urkunde aus dem Jahr 1259 wird ein Hofmeister des Stifts in Wien mit dem Namen Gerold genannt. Zu dieser und anderen Erwähnungen des Wiener Stadthofes siehe Hermann Watzl: Zu den Anfängen des Heiligenkreuzer Hofes in Wien. In: Sancta Crux. Zeitschrift des Stiftes Heiligenkreuz 2 (1951), S. 14–19, hier S. 15. 21 Zum Grundeigentum von Heiligenkreuz in Wien siehe Richard Perger: Die Grund- herren im mittelalterlichen Wien. II. Teil: Geistliche Grundherrschaften des 13. und 14. Jahrhunderts. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 21/22 (1965/1966), S. 120–183, hier S. 121–124. Abb. 8: Urkunde 1286 XII 24–4. Heiligenkreuz, Stiftsarchiv Abb. 9: Urkunde 1280 IV 04. Heiligenkreuz, Stiftsarchiv Abb. 10: Urkunde 1279.2. Heili- genkreuz, Stiftsarchiv
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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