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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 175 -
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175 für rEcht und ordnunG errichtet, das das Stift Heiligenkreuz sowie die Wiener Bürger Paltram vor dem Stephansfreithof und sein Neffe Paltram Vatzo zur Verfügung gestellt hatten, und zwar in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche St. Stephan und zum Heiligenkreu- zer Hof,37 wo die Mutterabtei seit dem 13. Jahrhundert ihren Urkundenbestand verwahrte.38 Die Verwendung des Heiligenkreuzer Fleuronnées auf den St. Niklas betreffenden Herzogsurkunden (Heiligenkreuz, Stiftsarchiv, Urk. 1287 X 13−1 und Urk. 1287 X 13−2) zeugt von der Verbindung des Konvents mit seinem Mutter- kloster (Abb. 10). Dass es sich hierbei nicht um einen in künstlerischer Hinsicht einmaligen Austausch gehandelt haben dürfte, zeigt jene Urkunde, die eine 1284 vorgenommene Schenkung der Benedicta von Arnstain an die Äbtissin und das Kollegium der Nonnen von St. Niklas in Wien festhält (Wien, Wiener Stadt- und Landesarchiv, Hauptarchiv-Urkunden, U1 – Urkunden: Nr. 16 [1284 IX 16])39. Auch dieses Dokument wurde mit einer Fleuronnée-Initiale verziert (Abb. 14), die aufgrund ihrer mit Dornen und kurzen Spiralfäden besetzten Knospen, den ge- bogten Palmettenblättern und den geschwungenen Ausläufern dem Stil der hier behandelten Werkgruppe äußerst nahesteht (vgl. Abb. 3), allerdings ohne deren hohe Qualität zu erreichen. Heiligenkreuz − Zwettl − Wien Ähnliche Beobachtungen betreffen das Zisterzienserstift Zwettl, eine Tochtergrün- dung von Heiligenkreuz. Hier werden nach derzeitigem Kenntnisstand zwei Ur- kunden aufbewahrt, die mit Fleuronnée-Initialen im hier vorgestellten Heiligen- kreuzer Stil verziert wurden. Der Dekor des älteren Dokuments von 1265 ist zwar noch nicht sehr ausgeprägt, zeigt aber bereits die typischen mit Dornen versehenen und von Spiralfäden flankierten Palmettenblätter und Knospen (Zwettl, Stiftsar- chiv, Urk. 1265 V 25)40. Das Fleuronnée der jüngeren Urkunde ist hingegen ein- deutig mit den Heiligenkreuzer Beispielen verwandt (Abb. 15), wenngleich es sich wie bei der 1283 datierten Urkunde aus St. Niklas um eine schwächere Ausführung handelt (Zwettl, Stiftsarchiv, Urk. 1283 XI 03). Auf die durch Schriftenaustausch entstandenen Verbindungen zwischen den Zisterzienserabteien Zwettl und Heiligenkreuz im Bereich der Buchmalerei des 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts wurde in der Literatur schon mehrfach hinge- 37 Perger, Grundherren (zit. Anm. 21), S. 122 und 125; zum Besitz des Zisterzienserinnen- klosters St. Niklas vor dem Stubentor in Wien siehe ebd., S. 124–126. − Das Konventsge- bäude und die Kirche in der Singerstraße wurden 1385 an Herzog Albrecht III. verkauft. Dieser ließ dort eine der Wiener Universität verbundene Schule für Angehörige des Zisterzienserordens unter Aufsicht des Heiligenkreuzer Abtes errichten. Siehe Christina Lutter: „Locus horroris et vastae solitudinis“? Zisterzienser und Zisterzienserinnen in und um Wien. In: Historisches Jahrbuch 132 (2012), S. 141–176, hier S. 169 f. 38 Krammer, Die Zisterzienserinnen von St. Niklas (zit. Anm. 33), S. 86. 39 Zur Urkunde: Karl Uhlirz: Regesten aus dem Archive der Stadt Wien. In: Verzeichnis der Originalurkunden des Städtischen Archives 1239–1411. Wien 1898 (Quellen zur Ge- schichte der Stadt Wien, 2. Abtheilung, 1. Bd.), S. 5, Nr. 16. 40 Zur Urkunde: Winner / Herold, Urkunden (zit. Anm. 15), Nr. 156; Das „Stiftun- gen-Buch“ des Cistercienser-Klosters Zwettl, hg. von Johann von Frast, Wien 1851 (Fon- tes Rerum Austriacarum II/3), S. 165 f. Abb. 14: Urkunde 1284 IX 16. Wien, Wiener Stadt- und Landes- archiv, Hauptarchiv-Urkunden, U1 – Urkunden: Nr. 16 (1284 09 16) Abb. 15: Urkunde 1283 XI 03. Zwettl, Stiftsarchiv
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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