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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 181 -
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181 dušan Buran Das Tabernakel aus Kreig (Vojňany, Zips) Die Sammlung gotischer Kunst in der Slowakischen Nationalgalerie bewahrt eines der ältesten liturgischen Holzbildwerke Mitteleuropas: Es handelt sich um einen Altarschrein, an dem zwei Paare beweglicher Flügel mit insgesamt vier farbig gefass- ten Heiligenreliefs befestigt sind (Abb. 1).1 Er stammt aus der Kirche St. Katharina in Vojňany (deutsch: Kreig), einer kleinen Ortschaft im Norden der Zips, nahe der heutigen slowakisch-polnischen Grenze. Forschungsstand Das Tabernakel fand in der Forschungsliteratur erst relativ spät Beachtung.2 Einer der ersten, die sich intensiver mit dem Werk befassten, war Vladimír Wagner, der zwischen 1930 und 1948 mehrere Publikationen vorlegte. Während er den „archaisch“ und „ausdruckslos“ wirkenden Stil dem ausgehenden 13. Jahrhun- dert zuordnete, deuteten Architektur- und Gewanddetails für ihn bereits in das 14. Jahrhundert.3 In einer umfassenden Abhandlung zur hochgotischen Skulptur in der Slowakei führte er das „Retabel“ schließlich als einen der ältesten Reprä- sentanten seiner Art an und datierte es in die Zeit um 1320 bis 1330. Wegen der gedrehten, durch ein kleines Fragment bezeugten Säulen, die den Baldachin tra- gen (heute rekonstruiert), und auf der Basis von stilistischen Vergleichen mit ei- nigen lokalen Wandmalereien (Drautz/Dravce, Zipser Kapitel/Spišská Kapitula) ging Wagner davon aus, dass bei dem Entwurf des Tabernakels italienische Werke als Inspirationsquelle dienten. Diese seien im mittelalterlichen Ungarn gerade in dieser Zeit mit französischen Entwicklungen verbunden worden, was sich in der Herkunft der seit 1308 das Königreich Ungarn regierenden französisch-neapoli- tanischen Anjou-Dynastie spiegele.4 Für die monumentale Ausstellung zur mit- 1 Slovenská národná galéria Bratislava, P 131–134. Altararchitektur und Flügel: Nadelholz, Reliefs: Lindenholz. Schrein: 147 × 52 × 36 cm; Innenflügel: 107,7 × 31,5 cm bzw. 106,5 × 31,5 cm; Außenflügel: 122,5 × 26 cm bzw. 120,5 × 26,5 cm. Höhe der Heiligenfiguren: ca. 65–66 cm. Vgl. die Dokumentation der letzten Restaurierung: Bedrich Hoffstädter: Tabernákulový oltár z Vojnian. P 131‒4. Dokumentácia vykonaných reštaurátorských prác. Bratislava 2015 (Archiv der Slowakischen Nationalgalerie Bratislava). Teils publi- ziert: Bedrich Hoffstädter: Reštaurovanie tabernákulového oltára z Vojnian (okolo 1190 – po 1232) zo zbierok SNG. In: Zborník prednášok XV. medzinárodného seminára o reštaurovaní. Štúrovo 2016 [Bratislava 2017], S. 52‒60. 2 Zu den konkreten Forschungsergebnissen wird im Folgenden im jeweiligen Zusammen- hang Stellung genommen. Beiträge, in denen das Tabernakel lediglich erwähnt wird bzw. nur die bis dahin bekannten Kenntnisse resümiert werden, sind nicht aufgeführt. 3 Vladimír Wagner: Dejiny výtvarného umenia na Slovensku. Trnava 1930, S. 73. 4 Ders.: Vrcholne gotická drevená plastika na Slovensku. In: Sborník Matice slovenskej, História 14 (1936), S. 252–254 (hier zitiert nach der zweiten Ausgabe in: Umenie dávne
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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