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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Seite - 186 -
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186 dušan Buran Elfenbeinplastik Gemeinsamkeiten aufweisen. Da in den Reliefs des Kreiger Ta- bernakels von französischen Elementen noch nichts zu spüren ist, sind sie früher anzusetzen. Dies hat eine dendrochronologische Untersuchung bestätigt, die 1232 als das Jahr festlegt, in dem der Baum gefällt wurde, dessen Holz für das Relief des heiligen Petrus Verwendung fand.21 Damit wird zwar die wichtige Position der Reliefs als älteste Holzskulpturen in der Zips belegt, doch wegen fehlender zeitna- her Vergleichsbeispiele lokaler Produktion bleibt die kunstgeographische Frage und damit die Frage nach ihrer entwicklungsgeschichtlichen Bedeutung offen: Handelt es sich um ein vor Ort entstandenes Unikat ohne Vorgänger und Nachfolger oder nicht vielleicht doch um ein importiertes Werk? Provenienz Die erste relativ sichere Information über die Kirche St. Katharina in Kreig als Auf- stellungsort des Tabernakels stammt von Kornél Divald, der 1905 eine Zeichnung des verschließbaren „St. Nikolaus-Retabels“ veröffentlichte.22 Die Bezeichnung bezieht sich auf die Skulptur des heiligen Nikolaus, die zu einem unbekannten Zeitpunkt, auf jeden Fall aber nachträglich unter dem Baldachin platziert worden ist.23 Die archivalische Überlieferung zum Dorf Kreig (in den Quellen auch Krig oder Kyrig, slowakisch Vojňany, ungarisch Krigh) setzt 1296 ein, also erst einige Jahrzehnte nach der hier vermuteten Anfertigung des Tabernakels. Sie bietet keine verwertbaren Hinweise auf dieses Werk.24 Bei der Kirche St. Katharina handelt es sich um den Typus kleiner bis mit- telgroßer Dorfkirchen, wie sie, mit geringfügigen Abweichungen, an der Wende 21 Die erste dendrochronologische Datierung wurde 2004 durchgeführt: Vladimír Bahýl / Peter Stadtdrucker / Anna Žideková: Určenie veku artefaktu „oltár z Vojnian“ dendro- chronologickou metódou. Technická správa. Zvolen 2004 (Bestandteil der Restaurie- rungsdokumentation, siehe Hoffstädter, Tabernákulový oltár z Vojnian [zit. Anm. 1]). Wegen der wenig differenzierten Daten wird die dendrochronologische Untersuchung im Rahmen einer komplexeren Analyse in der nahen Zukunft wiederholt. 22 Kornél Divald / János Vajdovszky: Szepesvármegye művészeti emlékei. Bd. 1, Budapest 1905, S. 58; vgl.: A „szentek fuvarosa“. Divald Kornél felső-magyarországi topográfiája és fenyképei 1900–1919, hg. von Ibolya Plank, Budapest 1999, S. 334. Hier wird darauf hingewiesen, dass der St.-Nikolaus-Altar identisch sein könnte mit dem gleichnamigen Altar in dem Visitationsprotokoll des Zipser Bischofs Johannes Szigray von 1700, veröf- fentlicht in Additamenta ad Initia, progressus ac praesens status Capituli Scepusiensis, hg. von Josephus Hradszky, Szepesváralyae 1903–1904, S. 115–273, hierzu S. 243. – In den früheren Visitationsberichten tauchen die Altäre in Kreig nicht auf. Vgl. Vladimír Olejník: Spišské prepošstvo na prelome stredoveku a novoveku II. Visitatio Ecclessi- arum Terrae Scepusiensis 1655–1656. Trnava / Kraków 2015. – Mehrere Werke aus der Katharinenkirche gelangten um 1925 in das Slowakische Museum (später Slowakisches Nationalmuseum). 1952 wurden sie – samt dem Tabernakelaltar – in den Bestand der neugegründeten Slowakischen Nationalgalerie überführt (Inv.-Nr. P 131–134; P 135–136, P 141–142). Nur die Figur des heiligen Nikolaus ist im Bestand des Slowakischen Natio- nalmuseums verblieben (Inv.-Nr. UH 154). 23 Vgl. Anm. 8. 24 Súpis pamiatok na Slovensku. 3 Bde., hg. von Alžbeta Güntherová-Mayerová, Bratislava 1968–1969, hierzu Bd. 3, S. 414.
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Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Titel
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
Autor
Christine Beier
Herausgeber
Michaela Schuller-Juckes
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21193-8
Abmessungen
18.5 x 27.8 cm
Seiten
290
Kategorien
Geschichte Chroniken
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