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dušan Buran
pektiert wurde. Um die Farben zu konservieren, hat man bei der vorletzten Restau-
rierung in den 1970er Jahren die vier Flügel mit einer Wachsschicht überzogen, von
der sie bei der letzten, 2015 abgeschlossenen Restaurierung wieder befreit wurden.41
Die älteste Farbschicht, zu der auch das Inkarnat gehört, blieb dennoch in verhält-
nismäßig großem Umfang erhalten, während von der Silberfolie des Hintergrun-
des, die ursprünglich mit einer gelblichen Lasur überzogen gewesen war, nur noch
wenig vorhanden ist (Abb. 3).42
Die architektonischen Teile des Altars bestehen aus Nadelholz, die Relieffiguren
hingegen sind aus Lindenholz geschnitzt. Dies und Reste einer älteren(?) Fassung
veranlassten den Restaurator zu der Vermutung, die Figuren seien erst in zweiter
Verwendung auf die Flügel montiert worden.43 Ich denke jedoch, dass der Mate-
rialunterschied und Unstimmigkeiten in der Anbringung der Figuren auf einen
Herstellungsprozess zurückzuführen sind, bei dem Bildschnitzer und Schreiner ge-
trennt arbeiteten.44
41 Hoffstädter, Tabernákulový oltár z Vojnian (zit. Anm. 1).
42 Zur Verwendung von Lasuren im weiteren Umfeld vgl. Peter Tångeberg: Mittelalterliche
Holzskulpturen und Altarschreine in Schweden. Studien zu Form, Material und Tech-
nik. Stockholm 1986, S. 78.
43 Eine Beobachtung, die bereits 1938 in dem Prager Katalog geäußert wurde – Umění na
1938 (zit. Anm. 5), S. 28.
44 Ähnliche Arbeitsabläufe wurden auch bei den meisten skandinavischen Tabernakeln do-
Abb. 3: wie Abb. 1, halb
geschlossener Zustand
Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
- Titel
- Europäische Bild- und Buchkultur im 13. Jahrhundert
- Autor
- Christine Beier
- Herausgeber
- Michaela Schuller-Juckes
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21193-8
- Abmessungen
- 18.5 x 27.8 cm
- Seiten
- 290
- Kategorien
- Geschichte Chroniken