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Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4
wundbarkeit Europas durch ausgedehnte Hitzeperioden (bis zu 70.000 Hitzetote)
(Robine et al. 2006), wobei der Schwerpunkt der Hitzewelle in Frankreich, Norditalien
und der Schweiz lag. In Österreich führt die Agentur für Gesundheit und Ernährungs-
sicherheit die offizielle Berechnung der nationalen Übersterblichkeit durch Hitze
mit einer europaweit standardisierten Methodik durch (AGES 2019). In den letzten
Jahren schwankte diese zwischen keinem (2016) und mehr als 1.000 Toten (2015).
In Städten ist die Hitzebelastung besonders hoch. Dies liegt weniger an den Tempe-
raturen tagsüber (siehe Abbildung 4.2.2), sondern an der geringen Abkühlung in der
Nacht. Die Temperaturunterschiede zwischen Stadtgebiet und Umland betragen am
Tag bis zu 1 °C und in der Nacht 5 °C und mehr. In der Wiener Innenstadt wurden
während einer Hitzewelle in der Nacht Temperaturen bis zu 25 °C gemessen. Unter
solchen Bedingungen erholt sich der menschliche Organismus in der Nacht kaum
von der Überhitzung. Nächtliches Lüften kühlt die Wohnräume nicht ausreichend.
Abbildung 4.2.2: Mittleres Tagesmaximum (links) und Tagesminimum (rechts) der
Temperatur im Großraum Wien, während einer fünftägigen Hitze-
welle im August 2015 (Weihs et al. 2019)
Modellsimulationen zeigen eine deutliche Zunahme der Hitzebelastung in den nächs-
ten Jahrzehnen (APCC 2014). Auch die zunehmende Urbanisierung führt zu Verände-
rungen. Der Bevölkerungsanteil in der Stadt nimmt zu, wodurch immer mehr Men-
schen von städtischen Wärmeinseln betroffen sind. Auch dehnen sich die Städte durch
Zuzug weiter aus. Die Bebauung wird verdichtet, was den städtischen Wärmeinsel-
effekt noch verstärkt. Um die Lebensqualität in Städten in Zukunft auch im Sommer
sicherstellen zu können, bedarf es einer konsequenten Raum- und Stadtplanung
(welche die Überhitzungsproblematik berücksichtigt) sowie eines wirksamen Klima-
schutzes (welcher die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens berücksichtigt).
Das Klima hat auch weitreichende Auswirkungen auf das Zusammenspiel der verschie-
denen Ökosystemfunktionen, auf Ökosystemdienstleistungen (siehe dazu auch Beiträge
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Titel
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Autoren
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Verlag
- Springer Spektrum
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Abmessungen
- 17.3 x 24.6 cm
- Seiten
- 288
- Schlagwörter
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima