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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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130 4 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4.4 Biodiversitätskrise und Ökosystemdienstleistungen Harald Meimberg Institut für Integrative Naturschutzforschung, Department für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung (DIBB) meimberg@boku.ac.at 4.4.1 Was versteht man unter Biodiversität? Die Erde ist der einzige Planet, von dem wir sicher sind, dass er Leben hervorgebracht hat. Er ist in geeigneter Entfernung zur Sonne, um die Existenz von flüssigem Wasser zu erlauben, kann eine Atmosphäre halten und zeigt verschiedene andere Eigenschaften, die wir für die Entwicklung von Leben als notwendig erachten. Auch wenn neuere astrono- mische Forschungen viele ähnlich geeignete Planten vermuten lassen, ist alles uns bis- her bekannte Leben von der Erde. Menschen sind ein Teil davon und zusammen mit allen anderen derzeit existierenden Organismen das Ergebnis einer 2 Mrd. Jahre an- dauernden Entwicklung. Die Evolution, die biologische Grundlage für diese Ent- wicklung, führte nach derzeitigem Wissensstand zu einer weiteren Aufspaltung in an unterschiedliche Bedingungen angepasste Formen. Diese Formen bezeichnen wir in der Regel als Arten und sehen sie meist als kleinste ökologische Einheit an. Das Leben selbst war ein wesentlicher Faktor für die Geologie unseres Planeten. Organis- men veränderten die Erde und ihre Lebensbedingungen eingehend. Damit erscheint der derzeitige Zustand der Erde als Ergebnis einer Einheit aus geologischer Entwicklung und biologischer Evolution. Dies ist der Kern der Gaia-Hypothese, die erstmals vor ca. 50 Jahren von J. Lovelock und L. Margulis vorgeschlagen wurde (vgl. Lovelock 1995; Schneider und Boston 1991). Die Hypothese wird häufig als philosophisches Konzept angesehen, welches die Einheit von Natur und Erde unterstreicht. Sie beruht jedoch auf gut gesicherten naturwissenschaftlichen Befunden: Viele durch Organismen gepräg- te Prozesse verändern über lange Zeiträume die geologischen Gegebenheiten (z.B. bei der Humusbildung). Eines der wichtigsten Beispiele in diesem Zusammenhang ist die Entstehung der Atmosphäre mit ihrem Sauerstoffgehalt. Diese ist heute weitgehend als Ergebnis biogener Prozesse akzeptiert. Der langsame Übergang von einer reduzieren- den (sauerstoffarmen) zu einer oxidierenden (sauerstoffreichen) Atmosphäre, zunächst durch den Stoffwechsel von bakteriellen Mikroorganismen und später durch die Photo- synthese der Pflanzen, zeigt die Interaktion zwischen Evolution und Geologie besonders deutlich. Die kontinuierliche Sauerstoffzunahme in der Atmosphäre veränderte nicht nur deren Zusammensetzung, sondern führte auch zu einer Oxidation oberflächennaher Mineralien (z.B. zur Entstehung von Eisenerzlagern). Die von Organismen veränderten Bedingungen auf der Erde machten wiederum neue Anpassungen erforderlich. Orga-
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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