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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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133 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4 umwandelt. Hierbei verringert sich nicht nur die für die Organismen verfügbare Fläche, es nimmt auch die Lebensraumqualität ab. Landbewirtschaftung spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Regionen, die schon lange intensiv landwirtschaftlich genutzt wer- den, unterscheiden sich stark von der vom Menschen unbeeinflussten Natur. In diesem Zusammenhang unterscheidet man zwischen natürlicher bzw. primärer Vegetation (ohne menschlichen Einfluss) und potenzieller Vegetation (Entwicklung unter den derzeitigen Bedingungen ohne weiteren Einfluss des Menschen). Durch lang andauernde, extensive Nutzung sind andererseits viele Ökosysteme ent- standen, die besonders wertvoll für die Biodiversität sind. Dazu zählen z.B. Mager- rasen, Streuwiesen oder Almwiesen, die durch Nährstoffaustrag aufgrund mensch- licher Aktivität entstanden sind und heute hohe Naturschutzpriorität haben. Diese sekundären Lebensräume werden derzeit zunehmend in intensive Produktionsflächen umgewandelt oder gar nicht mehr durch den Menschen genutzt. In beiden Fällen kommt es zu einer Reduktion der Biodiversität in diesen Agroökosystemen. Durch die Bearbeitung des Bodens und durch Düngung sind solche Biotope weitgehend ver- schwunden. Jene Bereiche der Erde, die nicht im Fokus menschlicher Nutzung stehen, werden immer weniger (Watson et al. 2016). Selbst Flächen, die nicht direkt genutzt werden, sind durch Einflüsse aus der Umgebung zunehmend als natürlicher Lebens- raum ungeeignet. Die Abnahme von Individuen- und Artenzahlen lässt sich also durch den Flächenverbrauch sowie die Beeinträchtigung und die direkte Entnahme von Organismen erklären. 4.4.4 Die Biodiversitätskrise Die Abnahme der Individuenzahlen, auch wenn sie noch nicht zum globalen Aus- sterben einer Art geführt hat, bedeutet eine wesentliche Veränderung in der Zusammen- setzung der Artengemeinschaften. Die einzelnen Erdzeitalter sind durch solche Verän- derungen charakterisiert, sodass sich eine bestimmte Abfolge dieser Zusammensetzung ergibt. Ein bekanntes Beispiel ist der Übergang von der Kreide zum Tertiär, bei dem 75% der Arten und ca. 40% der Gattungen verschwanden. Als Grund dieses Ereig- nisses, bei dem auch die Dinosaurier ausstarben, wird ein Meteoriteneinschlag ange- nommen. Ähnliche Katastrophen scheinen bei jedem Wechsel von einem Erdzeitalter zu einem anderen eine Rolle zu spielen (Barnosky et al. 2011). Eine starke Änderung der Artenzahl ist auch gegenwärtig zu erwarten, weshalb 2008 bei der Geological Society of London die Anerkennung des aktuellen Zeitabschnittes als Beginn eines neuen Zeitalters (Anthropozän) beantragt wurde. Dass es zu einer solchen Anerkennung kommt, ist wahrscheinlich, da die derzeitigen menschlichen Aktivitäten eine sehr starke Veränderung in der Artenzusammensetzung erwarten lassen (Steffen et al. 2011).
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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