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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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137 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4 Nutzung stehen, aber auch in vom Menschen nur wenig beeinflussten Gegenden. Dies deutet auf einen systematischen Einfluss hin, der bisher noch nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurde. So ist nach neueren Ergebnissen in den letzten Jahren auch die Anzahl an Vögeln stark zurückgegangen, allen Naturschutzbemühungen zum Trotz (z.B. EBCC 2018; Newton 2004). Da v.a. Arten des Offenlandes betroffen sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich hierbei um einen direkten Effekt der Landwirtschaft handelt. 4.4.6 Wozu brauchen wir Biodiversität? Nun stellt sich die Frage, ob und wozu die Menschheit Biodiversität braucht. Wir sind zwar von anderen Organismen abhängig, aber nicht notwendigerweise von allen. Während wir den Nutzen von Bienen sofort einsehen, da sie als Bestäuber eine Funk- tion haben, von der wir direkt profitieren, erschließt sich der Nutzen der Wieder- besiedlung Mitteleuropas durch den Wolf nicht so ohne Weiteres. Die Rückkehr des Wolfes erschwert die landwirtschaftliche Produktion, die nach der Ausrottung des Wolfes entwickelt wurde. Diese muss nun an Bedingungen angepasst werden, die zwar schon einmal existierten, uns heute aber als neu erscheinen. Da der Mensch das Ergebnis der biologischen Evolution ist, könnte auch sein öko- logischer Einfluss als natürlich definiert werden. Diese Argumentation wird gerne verwendet, um den Menschen und seine Ökonomie als Teil der Umwelt darzustellen. Damit wäre die derzeitige Biodiversitätskrise, ebenso wie frühere Massenaussterbe- ereignisse, ein natürlicher Vorgang. Dies ist aber zu stark vereinfachend. So wären andere ökologische Vorgänge wie beispielsweise katastrophale Populationseinbrüche in der menschlichen Bevölkerung auch als natürlich zu akzeptieren, was wir selbst- verständlich nicht tun. Nach dieser Argumentation sind auch Maßnahmen, die der Mensch zur Abwendung der Biodiversitätskrise ergreift, Teil der Evolution bzw. Natur. Die Krise ist daher kein notwendiger Aspekt der natürlichen Entwicklung, sondern ein mögliches Ergebnis des menschlichen Verhaltens. Zwei wesentliche Argumente können den Schutz von Biodiversität begründen. Diese sind zum einen naturphilosophisch charakterisiert, indem das Recht von Organismen auf Existenz anerkannt wird (als Existenzwert oder intrinsischer Wert) (Batavia und Nelson 2017). Zum anderen gibt es einen ökonomisch charakterisierten Wert von Organismen, der durch einen Vorteil für den Menschen entsteht (Nutzwert). Während der intrinsische Wert auf einem Existenzrecht beruht bzw. sich ohne Beurteilung durch den Menschen ergibt, ist der Nutzwert das Ergebnis einer Verwendung des Organismus zur Erstellung eines Produktes einschließlich der Umwandlung des Organismus in ein solches. Eine Organismengruppe, die einen direkten oder potenziellen Nutzwert hat,
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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