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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
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138 4 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität wird wahrscheinlich noch eine Weile erhalten werden, sodass die zukünftige Nutzung möglich bleibt. Der Wert einer potenziellen Nutzung durch heute lebende oder zu- künftige Generationen wird auch als Optionswert bezeichnet. Darüber hinaus gibt es einen Wert, der sich aus der Vermeidung irreversibler Entscheidungen und Auswirkun- gen ergibt und v.a. in Hinblick auf das zukünftige Wissen (über eine potenzielle, heute noch nicht bekannte Nutzung) von Bedeutung ist. Dieser sogenannte Quasi- optionswert ist für den Biodiversitätsschutz von großer Bedeutung, da wir z.B. für die Herstellung von Medikamenten viele pflanzliche und tierische Substanzen verwenden bzw. synthetisch auf deren Grundlage herstellen. Viele chemische Substanzen und gene- tische Prozesse in einer Vielzahl von Organismen sind noch nicht bekannt, können aber für die Entwicklung neuer Medikamente wichtig sein. Biodiversitätsschutz hat somit einen hohen Nutzwert für die Menschheit (siehe Beitrag 3.1). 4.4.7 Ökosystemdienstleistungen Der intrinsische Wert der Biodiversität ist schwer zu bemessen, und ein ökonomisch begründeter Nutzwert, der sich ausschließlich auf den Gebrauch einer Ressource und damit auch auf den Verbrauch bezieht, kann für die Beschreibung der Abhängigkeit des Menschen von der belebten Umwelt irreführend sein. Das Konzept der Ökosystem- dienstleistung (ÖSD) versucht dies zu verdeutlichen. Es hat sich mittlerweile als Werte- system zur Beurteilung natürlicher Ressourcen etabliert. Damit ÖSD ihre ökologische Rolle zum Wohle der Menschheit erfüllen können, ist es in der Regel erforderlich, die kontinuierliche Existenz der Biodiversität zu sichern. Dies kann als ökonomischer Faktor berücksichtigt werden. Das ÖSD-Konzept wurde Anfang der 1980er-Jahre im Zusammenhang mit der Diskussion, wie Biodiversität und ihr Erhalt bewertet werden könnten, vorgeschlagen. Eine der frühen Studien (Ehrlich und Mooney 1983) wird als eine der wichtigsten Arbeiten im Bereich der Naturschutzbiologie angesehen (Bradshaw et al. 2011). Von „ÖSD“ zu sprechen, wurde ursprünglich als Metapher verstanden, um den Nutzen der Natur darzustellen und diesen im Zusammenhang mit dem Naturschutz besser argumentieren zu können. Erst in späteren Arbeiten wurde die tatsächliche monetäre Bewertung der ÖSD vorgeschlagen. Die Arbeit von Constanza et al. (1997) hatte da- bei großen Einfluss und wird heute meist mit dem Ursprung des ÖSD-Konzeptes in Verbindung gebracht. Die Autoren kategorisierten die Leistungen der Biosphäre und belegten sie mit einem monetären Wert. Dieser betrug damals weltweit insgesamt 33 Billiarden Dollar pro Jahr. Die wesentliche Argumentation dieser Arbeiten ist, dass der Nutzen der Natur für den Menschen ökonomisch bewertet werden muss, um die Natur schützen zu können. Dies
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Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Titel
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
Autoren
Erwin Schmid
Tobias Pröll
Verlag
Springer Spektrum
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
ISBN
978-3-662-60435-9
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
288
Schlagwörter
Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
Kategorien
Naturwissenschaften Umwelt und Klima
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