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Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4
kann beispielsweise durch die Schaffung eines Marktes geschehen (wie z.B. bei CO2-
Derivaten). Spätestens mit der Veröffentlichung des Millennium Ecosystem Assessment
(MA) (2005) wurde das ÖSD-Konzept das grundlegende Paradigma zur Bewertung von
Umweltauswirkungen sowie von Naturschutzmaßnahmen und -zielen. Dies spiegelt
sich auch in späteren Berichten wie dem TEEB-Report (TEEB 2009) sowie der CBD,
der Convention on Biological Diversity, wider (EASAC 2009; vgl. auch Grunewald und
Bastian 2013; Luck et al. 2009). Als besonders ansprechend wird vonseiten des
Umweltmanagements die Möglichkeit gesehen, die Belange des Naturschutzes und
der Gesellschaft zu vereinigen und gemeinsame Ziele zu formulieren (z.B. Kareiva und
Marvier 2012). Da Ökosysteme im Wesentlichen auf den Interaktionen der Organis-
men und damit der Biodiversität beruhen, wird der Erhalt der Biodiversität als ge-
währleistet angesehen, wenn die ÖSD erhalten werden (Goldman und Tallis 2009).
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen versorgenden, regulierenden und kulturellen
ÖSD (Grunewald und Bastian 2013, S. 49), wobei das MA (2005) noch unterstüt-
zende ÖSD anführt (nach Constanza et al. 1997) (siehe Abbildung 4.4.2):
Zu den versorgenden ÖSD (provisioning ecosystem services, ökonomische Dienst-
leistungen) zählen Ressourcen, die von Ökosystemen produziert werden (z.B.
Nahrungsmittel, Rohstoffe, sonstige erneuerbare Naturressourcen). Man unter-
scheidet zwischen Produkten, die angebaut bzw. gezüchtet werden, und jenen,
die direkt aus der Natur stammen (z.B. Fisch, Wildfrüchte, Wildkräuter).
Regulierende ÖSD (regulating ecosystem services, ökologische Dienstleistungen)
sind Prozesse, die z.B. das Klima steuern, die Wasserqualität positiv beeinflussen
oder Schädlinge in Schach halten. Da die Leistungen indirekt erfolgen, werden
sie oft zu wenig beachtet – es sei denn, die Dienstleistungen fallen aus. Sie bilden
die Grundlage für die Existenz des Menschen. Damit der Mensch diese Leistun-
gen in Anspruch nehmen kann, muss die Erhaltung und Funktionsfähigkeit der
Ökosysteme gewährleistet sein.
Kulturelle ÖSD (cultural ecosystem services) sind nichtmaterielle Leistungen und
Beiträge der Ökosysteme, die z.B. ästhetischen Genuss, Erholung oder spirituelle
Erfahrungen ermöglichen. Diese ÖSD werden leicht übersehen, da sie monetär
nur schwer bewertet werden können.
Unterstützende ÖSD (supporting services) sind grundlegende ökologische Vor-
gänge, von denen der Mensch abhängig ist (z.B. der Nahrungskreislauf, die Primär-
bzw. Sekundärproduktion, die Bereitstellung von Lebensräumen) (MA 2005).
Diese Kategorie wird je nach Anwenderin oder Anwender als eigenständige Dienst-
leistung angeführt oder auch den anderen ÖSD zugeordnet.
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Titel
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Autoren
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Verlag
- Springer Spektrum
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Abmessungen
- 17.3 x 24.6 cm
- Seiten
- 288
- Schlagwörter
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima