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4 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität
prinzipien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung umzusetzen wären (Jabareen
2006): kompakte Siedlungsentwicklung, die sich an Funktionsmischung4, Dichte5,
Nähe und kurzen Wegen für eine nachhaltige Mobilität (Zufußgehen, Radfahren,
öffentlicher Verkehr), Durchgrünung der Städte und Siedlungen sowie passiver
Solarenergienutzung orientieren. Dazu kommen die regionale Organisation von
Zentren und Orten unterschiedlicher Ausstattung mit Gütern und Dienstleistungen
entlang von Entwicklungsachsen mit leistungsfähigem öffentlichem Verkehr.
Darüber hinaus besteht – ausgehend von der Agenda 21 (UN 1992) – in den Planungs-
theorien Konsens darüber, dass Planungsprozesse auf eine Art und Weise zu organi-
sieren sind, die es möglichst vielen Bevölkerungsgruppen erlaubt, ihre Ideen und
Interessen einzubringen. Gemäß „kommunikativer Planung“ (Healey 1992), die eng
mit dem Nachhaltigkeitsdiskurs (Lawrence 2000) verknüpft ist, soll die Prozess-
gestaltung auf Kommunikation, Konsens und Kooperation basieren und soziale Lern-
prozesse zwischen Planerinnen und Planern, Entscheidungsträgerinnen und -trägern
sowie der beteiligten Öffentlichkeit in Gang setzen. In den Planungsprozessen soll
die Wertebene, also die zu verfolgenden Planungsziele, verhandelt und ein gemein-
sames Verständnis der Planungsaufgabe auf Sachebene erzielt werden. Eine Folgen-
abschätzung von angestrebten Planungsmaßnahmen soll zeigen, ob die angedachten
Ziele und Maßnahmen zum Erfolg führen oder ungewollte negative Wirkungen
zeitigen, die ein Überdenken und Adaptieren der Planungsziele und -maßnahmen
notwendig machen (vgl. Stöglehner 2010).
4.5.4 Planungsinstrumente der Raumplanung in Österreich
Der Raumplanung stehen auf Basis der Raumplanungsgesetze eine Reihe von Planungs-
instrumenten zur Verfügung, die auf Landesebene, regionaler Ebene (als Teilraum eines
Landes) oder auf Gemeindeebene wirken. Die Landes- und Regionalebene werden
als überörtliche Raumplanung bezeichnet, die Gemeindeebene als örtliche Raum-
planung. Die Raumplanung ist über die in den Raumplanungsgesetzen formulierten
Planungsziele bestimmt, d.h., alle Maßnahmen müssen in den verschiedenen Planungs-
ebenen räumlich konkretisiert werden und in den Begründungsketten auf die Planungs-
ziele rückführbar sein. Die Pläne und Programme stehen in einer Hierarchie zuein-
ander, die der Reihenfolge der Nennung im Text entspricht. Das heißt, Pläne einer
niedrigeren Hierarchieebene dürfen Plänen einer höheren Ebenen nicht widersprechen.
Die Festlegungen werden entlang der Hierarchie von oben nach unten konkreter.
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4 Das ist eine Mischung der Nutzungen Wohnen, Arbeiten, Versorgen, Einkaufen, Bilden, Erholen etc.
in engem räumlichem Kontext.
5 Das ist eine dem jeweiligen räumlichen Kontext angemessene Dichte an Einwohnerinnen und Ein-
wohnern, Arbeitsplätzen, Versorgungseinrichtungen etc.
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Titel
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Autoren
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Verlag
- Springer Spektrum
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Abmessungen
- 17.3 x 24.6 cm
- Seiten
- 288
- Schlagwörter
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima