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4 Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität
gewiesen. Diese Widmungen bestimmen, welche Nutzungen in weiterer Folge zu-
lässig sind. Wesentliche Aspekte sind einerseits spezifische Entwicklungsmöglich-
keiten auf Standorten, die für die jeweilige Nutzung günstig sind, und andererseits
der Schutz von sensiblen Nutzungen (z.B. der Wohn- und Erholungsnutzung vor
Beeinträchtigung im Rahmen der Ordnungsfunktion).
Im Bebauungsplan wird die dritte Dimension mitbedacht (z.B. Höhe bzw. Größe
und Lage von Gebäuden, Lage und Größe von Freiräumen) sowie der Verlauf
der Infrastruktureinrichtungen im Detail festgelegt. Die Bestimmungen können
sehr detailliert sein, was z.B. für die Klimawandelanpassung notwendig ist, um
Grünelemente wie Gründächer, Baumpflanzungen etc. in den Baulandflächen
vorsehen zu können.
In Österreich ist von den Plänen auf örtlicher Ebene der Flächenwidmungsplan am
bedeutendsten, da er für die Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Nutzerinnen
und Nutzer von Grundstücken direkt verbindlich ist und für ganz Österreich
flächendeckend vorhanden ist. Die Bundesländer handhaben örtliche Entwicklungs-
konzepte unterschiedlich. Nicht alle Gemeinden verfügen über ein örtliches Entwick-
lungskonzept, auch die Bebauungsplanung wird unterschiedlich intensiv angewendet.
In Bezug auf das UBRM können die Planungsinstrumente dazu verwendet werden,
Flächen für die Gewinnung von Nahrungsmitteln, von erneuerbarer Energie und Roh-
stoffen zu sichern. Außerdem können Festlegungen getroffen werden, die eine reibungs-
lose Nutzung dieser Flächen erlauben. So stellt z.B. die Ausweisung einer Vorrangzone
für Windenergienutzung nicht nur ein Entwicklungspotenzial dar, damit ist de facto
auch ein Bauverbot für Wohngebäude verbunden. Werden die genannten Gestaltungs-
prinzipien für eine nachhaltige Raumentwicklung umgesetzt, können Ortschaften kom-
pakter gehalten werden. Auch lassen sich größere und zusammenhängende Flächen
außerhalb der Orte erzielen, die als Rohstoffgewinnungsflächen für die Umsetzung
der Energie- und Ressourcenwende im Sinne einer Bioökonomie zur Verfügung stehen.
4.5.5 Raumplanung und ihre Bedeutung für den Klimaschutz und
die Energiewende
Die Energieraumplanung, welche sich in den letzten Jahren entwickelt hat, macht
die räumlichen Aspekte von Klimaschutz und Energiewende für die Raumplanung
sichtbar und bearbeitbar. Sie ist „jener integrale Bestandteil der Raumplanung, der
sich mit den räumlichen Dimensionen von Energieverbrauch und Energieversorgung
umfassend beschäftigt“ (Stöglehner et al. 2014, S. 26).
Die räumliche Dimension des Energieverbrauchs besteht darin, Raum- und Siedlungs-
strukturen energieeffizient zu gestalten (Stöglehner et al. 2014, 2016). Dadurch kann
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Titel
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Autoren
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Verlag
- Springer Spektrum
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Abmessungen
- 17.3 x 24.6 cm
- Seiten
- 288
- Schlagwörter
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima