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Ökosysteme, Landnutzung & Biodiversität 4
sind nicht nur Transportdistanzen zwischen Feld und Weiterverarbeitung und weiter
zu Zentren der industriellen Produktion zu berücksichtigen, sondern auch Standort-
faktoren wie die Einspeisung von Biogas in Gasnetze, die Weiterleitung von Über-
schusswärme in Fernwärmenetze, der Bezug und die Abgabe von Elektrizität, die
Gewinnung von Energie in Kraft-Wärme-Kopplungen etc. (vgl. Stöglehner et al. 2011).
All diese Faktoren machen die Ansiedlung von Weiterverarbeitungsanlagen (z.B. Bio-
raffinerien) in der Nähe von Infrastrukturknoten sinnvoll, wo sie in funktionsgemischte,
kompakte räumliche Strukturen mit einer gewissen Mindestdichte eingebettet werden
können. Daher argumentieren Stöglehner et al. (2011, 2016), dass Kleinstädte zu
Energie- und Ressourcenknoten in einer dezentralen Industriegesellschaft entwickelt
werden können, von denen Impulse für den ländlichen Raum ausgehen. Sie über-
nehmen so wesentliche Aufgaben in der räumlichen Organisation der Energie- und
Ressourcenwende.
4.5.7 Schlussbemerkung
Die Organisation des Raumes bestimmt die Möglichkeiten, die Energie- und Ressour-
cenwende im Sinne einer Bioökonomie zu gestalten. Durch die Raum- und Siedlungs-
strukturen werden Energie- und Ressourcenverbrauch beeinflusst, gleichzeitig aber
auch räumliche Voraussetzungen für die Gewinnung erneuerbarer Energieträger und
Ressourcen geschaffen. Raumplanung eröffnet auch Optionen, die Maßnahmen für
die Energie- und Ressourcenwende zu steuern, um Nutzungskonflikte im Raum zu
vermeiden bzw. zu verringern, die bei einer Maßnahmenumsetzung hinderlich sein
können. Dies betrifft sowohl die Sicherung von Ressourcenbereitstellungsflächen als
auch die Positionierung von Anlagen der Ressourcenverarbeitung. In diesem Sinne
lohnt es sich, die Energie- und Ressourcenwende im Kontext der Bioökonomie auch
aus der raumplanerischen Perspektive zu betrachten.
Literatur
Abart-Heriszt, L. und Stöglehner, G. (2019): Das Sachbereichskonzept Energie. Ein Beitrag zum Örtli-
chen Entwicklungskonzept. Leitfaden. Version 2.0. Graz: Amt der Steiermärkischen Landes-
regierung, Abteilung 13, 15 und 17. Verfügbar in:
https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/beitrag/12663031/144381826/
[Abfrage am 27.5.2019].
BMNT und BMVIT (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus; Bundesministerium für Ver-
kehr, Innovation und Technologie) (Hrsg.) (2018): #mission2030: Die österreichische Klima- und
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BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) (Hrsg.) (2018): Verkehr in Zahlen
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https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/G/verkehr-in-zahlen_2018-
pdf.html?nn=13190 [Abfrage am 23.5.2019].
Dallhammer, E. (2016): Flächen- und kostenintensive Siedlungsentwicklung: Folgen und Lösungsan-
sätze. In: Köck, P., Hrsg., Baulandmobilisierung und Flächenmanagement. SIR-Mitteilungen und
Berichte, Band 36/2016. Salzburg: Salzburger Institut für Raumordnung & Wohnen (SIR), 19–
Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Titel
- Umwelt- und Bioressourcenmanagement für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung
- Autoren
- Erwin Schmid
- Tobias Pröll
- Verlag
- Springer Spektrum
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-662-60435-9
- Abmessungen
- 17.3 x 24.6 cm
- Seiten
- 288
- Schlagwörter
- Umweltmanagement, Bioressourcen, Nachhaltigkeit, Sustainability, Universität für Bodenkultur
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima