Seite - 133 - in WAS BITS UND BÄUME VERBINDET - Digitalisierung nachhaltig gestalten
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Kritische Stimmen
wiesen auf den
Energiehunger
der Blockchain-
Technologie hin.
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Gesellschaftlicher
Wandel spielt eine
wesentliche Rolle
in der Diskussion.
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WER WAR DA?
Die Befragung wurde von 434 Teilnehmenden aus-
gefüllt, was ca. 25 Prozent der Besucher*innen der
Konferenz entspricht. Wie die Abbildung links im
Überblick zeigt, war ein gemischtes Publikum an-
wesend: Ein Viertel der Besucher*innen waren Stu-
dierende, und jeweils ein weiteres Viertel arbeitet in
der Forschung und in Unternehmen. Das Geschlech-
terverhältnis war mit 37 Prozent weiblichen Teilneh-
menden und 54 Prozent Referentinnen auf den kura-
tierten Podien weitgehend ausgeglichen, was einige
Teilnehmende in der Befragung positiv erwähnten.
Die Teilnehmenden wiesen ein überdurchschnitt-
lich hohes Umweltbewusstsein
auf.2 Weiterhin war ein kriti-
sches Bewusstsein für den Um-
gang mit Daten und digitalen
Anwendungen festzustellen.
Bemerkenswert war das hohe
zivilgesellschaftliche Engage-
ment. So gaben 58 Prozent der
Befragten an, sich im Umwelt-, Klima- oder Natur-
schutz zu engagieren, weitere 39 Prozent engagierten
sich in Bereichen der Tech-Szene und weitere 23 Pro-
zent im Bereich soziale Gerechtigkeit und Entwick-
lungszusammenarbeit (Seite 134).
SOFTWARE, MENSCHEN, TRANSFORMATION …
UND DIE BLOCKCHAIN.
DIESE THEMEN BEWEGTEN DIE KONFERENZ
Um relevante Themenschwerpunkte zu identifizieren,
wurden alle Beiträge analysiert, die auf den CfP ein-
gereicht wurden. Die Beschreibungen der Konferenz-
beiträge (Abstracts) wurden mittels einer Inhaltsana-
lyse durch Verschlagwortung untersucht und sollten
einen ersten Eindruck geben, welche Themen im Kon-
text von ‹Digitalisierung und Nachhaltigkeit› von den
beteiligten Akteur*innen als relevant erachtet und in
welchem Kontext diese Themen betrachtet wurden.
In einem ersten Schritt wurden die am häufigsten be-
nutzten Begriffe explorativ ermittelt. Wenig überra-
schend waren die Spitzen reiter hier ‹Digitalisierung›
und ‹Nachhaltigkeit›, gefolgt von ‹Software›, ‹Men-
schen›, ‹Unternehmen› und ‹diskutieren› (Seite 136).
Sehr häufig tauchte auch der Begriff ‹Blockchain› auf,
was damit zusammen hängen kann, dass für diese
Technologie aktuell in sehr vielen Bereichen Poten-
ziale gesehen werden. Die Blockchain-Technologie
symbolisiert beispielhaft Narrative wie auch künst-
liche Intelligenz oder Industrie 4.0, die als Zukunfts- visionen gesellschaftliche Diskurse über soziotech-
nische Entwicklungsprozesse mitbestimmen.3 So
wollen beispielsweise sozial-ökologisch orientierte
Projekte und Unternehmen die Blockchain-Technolo-
gie für die Forstwirtschaft, transparente Lieferketten
oder den Peer-to-Peer-Energie-
handel nutzbar machen. Gleich-
zeitig gab es auch kritische
Stimmen bei den Einreichungen,
die auf den Energiehunger und
die Ambivalenz dieser Techno-
logie hinwiesen und aufzeigten,
dass sie für höchst unterschied-
liche Zwecke (z. B. Finanzmarktkapitalis mus) einge-
setzt werden kann. Ein weiteres interessantes Bei-
spiel ist der Begriff ‹Transformation›. Dieser wurde oft
in Zusammenhang mit Transformationsforschung,
aber auch mit digitaler, ökologischer, institutioneller,
urbaner oder nachhaltiger Transformation genannt.
Dies verdeutlicht, dass gesellschaftlicher Wandel, ob
als Beobachtung oder erstrebenswertes Ziel, eine
wesentliche Rolle in der Diskussion spielt. Auch der
Begriff ‹Herausforderung› kam häufig vor und wurde
unter anderem im Zusammengang mit Klima- und
Ressourcenschutz, Energiesystemen und planetaren
Grenzen thematisiert, aber auch ganz grundsätz-
lich im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen den
Risiken und den Potenzialen der Nutzung digitaler
Technologien für Nachhaltigkeitsziele.
Zusätzlich wurde nach Schlagworten gesucht, die
im Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsdiskurs eine
Rolle spielen und die teilweise auch in der Teilnehmen-
denbefragung als Themen abgefragt wurden. Dazu
gehören gesamtgesellschaftliche Aspekte (wie Bil-
dung, Transparenz, Demokratisierung usw.), netz-
politische Themen (wie Open Source, Überwachung,
Sicherheit, Souveränität) und Themen des Umwelt-
und Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit.
Es zeigte sich, dass beispielsweise der übergreifen-
de Begriff ‹Transparenz› häufig genannt wurde, und
zwar sowohl im Kontext von Open Source / Software,
Daten, Standards, Geräten und Hardware als auch bei
Waldbewirtschaftung, Lieferketten, Politikstrategien
oder Beteiligungs- und Forschungs prozessen. In der
Schaffung von Transparenz sahen viele der Beiträge
eine große Chance der Digitalisierung, um öffentliche
Diskurse und Beteiligung zu stärken. Dazugehörige
Begriffe wie ‹Open Source›, ‹Open Data›, ‹Open Hard-
ware›, die derzeit beispielsweise unter dem Stichwort
‹digitale soziale Innovationen› diskutiert werden,4
WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Titel
- WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
- Untertitel
- Digitalisierung nachhaltig gestalten
- Autor
- Anja Höfner
- Herausgeber
- Vivian Frick
- Verlag
- oekom verlag
- Ort
- München
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-SA 3.0
- ISBN
- 978-3-96238-149-3
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 152
- Schlagwörter
- Digitalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Politik, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeitskommunikation
- Kategorien
- Informatik
- Technik