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WAS BITS UND BÄUME VERBINDET - Digitalisierung nachhaltig gestalten
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/// 138 1 0 0 0 1 0 1 0 klärende Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen tätig sein zu können. Wir müs- sen einfordern, dass die Technologien, die wir nut- zen, die auf dem Markt sind und die wir vom Staat erhalten, sicher sind – sicher als Technologie und sicher vor Manipulation, sicher auch davor, Waffen in einem Krieg zu werden: Waffen, die Atomkraft- werke steuern und Krankenhäuser ausschalten kön- nen. Wir müssen einfordern, dass Politik primär an ein lebenswertes Morgen und Übermorgen für alle denkt mit menschenwürdigen Arbeits- und Lebens- bedingungen, ohne Hunger, die natürlichen Lebens- grundlagen erhaltend, natürliche Kreisläufe respek- tierend – nicht an heutiges Wirtschaftswachstum und die Stärkung von Handelsinteressen um jeden Preis. Wir müssen Demokratie weiter verteidigen und erkämpfen, müssen sie leben und den sicheren Raum und die Menschenrechte erhalten. Wenn wir in Deutschland und Europa diese Rechte dem Kapitalis- mus opfern, haben Mitbürger*innen in Ländern ohne politische Sicherheit ein noch schwereres Los, die bei ihnen notwendigen Veränderungen zu erwirken. Wir haben Verantwortung, denn wir sind eine Welt und voneinander abhängig. Daher müssen wir mit- einander solidarisch sein und miteinander diese Zu- kunft gestalten – nicht nur mit guten und geballten Argumenten fordern, sondern auch indem wir selbst umdenken. Wir müssen bereit sein, unseren Lebens- alltag zu ändern, neu zu denken, miteinander zu diskutieren, einander Erkenntnisse weiterzugeben, voneinander zu lernen und einander zu helfen. Wir dürfen nicht müde werden, Netzwerke und Räume zu schaffen, in denen das möglich ist – von solidari- schen Landwirtschaftssystemen über Repaircafés bis hin zu Plattformen mit Open-Source-Software. Dafür haben wir mit der Konferenz ‹Bits & Bäume› eine gemeinsame Grundlage geschaffen. Die fast 2.000 Teilnehmer*innen, die Ergebnisse der Work- shops, die zahlreichen Diskussionen auf und vor der Bühne und das im Nachhinein weiterhin rege Inter- esse an den Videoaufzeichnungen zeigen: Die Zivil- gesellschaft und eine kritische Wissenschaft haben gemeinsam die Wissensgrundlage, die Kompetenzen, die Weitsicht, den Willen und auch die Kraft, eine nachhaltige Digitalisierung mitzugestalten, wenn sie sich zusammenschließen. Wir können und wollen die Digitalisierung nicht alleine der Wirtschaft und der Politik überlassen. Als Bündnis von Organisationen mit zehn ver- schiedenen Perspektiven haben wir als ein Ergebnis unserer Zusammenarbeit und Diskussionen elf Forde- rungen erarbeitet, hinter denen wir alle – ungeachtet unserer eigenen Schwerpunkte – gemeinsam stehen. Diese wurden am Abschlusstag der Konferenz von Vertreter*innen der Organisationen vorgestellt: SOZIAL-ÖKOLOGISCHE ZIELSETZUNG BEI GESTALTUNG DER DIGITALISIERUNG 1. Die Gestaltung der Digitalisierung soll dem Gemeinwohl dienen. Sie darf nicht einseitig auf die Förderung einer wirt- schafts- und wachstums politischen Agenda abzielen, sondern muss auf sozial-, umwelt-, ent wicklungs- und friedens- politische Ziele ausgerichtet sein. Die Digita lisierung soll zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs-, Agrar- oder Ressour- cenwende beitragen und konkrete Beiträ- ge zur umfassenden Gewährleistung der Menschenrechte, der Klima schutzziele und zur Beendigung von Hunger und Ar- mut leisten. Eine nachhaltige Digitali- sierung in unserem Sinne setzt auf sinn- volle, menschen würdige Arbeit, soziale Gerechtigkeit und suffiziente Lebensstile. «Die­ Digitalisierung­ mag­ ein­ Selbstläufer­ sein­ –­ kein­ Selbstläufer­ ist,­ dass­ sie­ in­ Richtung­ Gemeinwohlorien- tierung­ läuft­ und­ dass­ sie­ dem­ Gemeinwohl­ dient.­ Was­ heißt­ das?­ Das­ heißt,­ sie­ darf­ nicht­ einfach­ den­ ein- seitig­ wirtschafts-­ und­ wachstumspolitischen­ ­ Agenden­ verpflichtet­ sein,­ sondern­ sie­ muss­ sozial-,­ umwelt-­ und­ friedenspolitischen­ Zielen­ dienen.­ Dieses­ Ziel­ darf­ da- bei­ keine­ Floskel­ sein,­ die­ man­ vor­ sich­ herträgt,­ son- dern­ es­ muss­ sich­ ganz­ konkret­ in­ der­ Umsetzung­ von­ Energiewende,­ Verkehrswende,­ Agrarwende­ und­ Res- sourcenwende­ zeigen.­ Messen­ lassen­ muss­ sich­ die­ Aus- richtung­ der­ Digitalisierung­ daran,­ dass­ der­ Schutz­ der­ Menschenrechte­ gestärkt­ wird,­ dass­ die­ Klima- schutzziele­ vorankommen,­ dass­ Hunger,­ Armut­ und­ menschenunwürdige­ Zustände­ verringert­ werden,­ dass­ menschenwürdige,­ gute­ Arbeit­ geschaffen­ wird­ und­ dass­ nichtsdestotrotz­ –­ was­ bei­ dieser­ Technologie­ be- sonders­ schwierig­ ist­ –­ auch­ ein­ suffizienter­ Lebensstil­ gefördert­ wird.»­ Christoph Bals für­ Germanwatch­ e.­ V.
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WAS BITS UND BÄUME VERBINDET Digitalisierung nachhaltig gestalten
Titel
WAS BITS UND BÄUME VERBINDET
Untertitel
Digitalisierung nachhaltig gestalten
Autor
Anja Höfner
Herausgeber
Vivian Frick
Verlag
oekom verlag
Ort
München
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-SA 3.0
ISBN
978-3-96238-149-3
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
152
Schlagwörter
Digitalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Politik, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeitskommunikation
Kategorien
Informatik
Technik
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