Seite - 130 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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130 ^- BPt-k V. Mannagetta.
Jahre 1851 gegründeten k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, welche damals
die Heimstätte aller niederösterreichischen Floristen wurde und es seit dieser
Zeit geWieben ist. Neilreichs liebenswürdige Zuvorkommenheit im Umgange
mit allen Fachgenossen, sein tiefes Wissen, das in der grossen Gründlichkeit,
Gewissenhaftigkeit und minutiösen Genauigkeit aller seiner Werke zum Aus-
drucke kam, die vielfachen Anregungen, die er unermüdlich jüngeren Kräften
zutheil werden Hess, mussten Neilreich bald zum Mittelpunkte einer neuen,
lebhaften botanischen Bewegung in Niederösterreich machen, die erfreulicher-
weise bis in die Gegenwart angehalten hat. Der Aufschwung, den die Flori-
stik in Niederösterreich nahm, war geradezu phänomenal. Kaum hatten die
Eisenbahn und bessere Communicationen das Alpengebiet erschlossen, da be-
zeugten schon im Jahre 1851 Neilreichs „Nachträge zur Flora von Wien"
(Wien), dass das Semmeringgebiet und das Leithagebirge ihre Erforschung
gefunden hatten. Im Jahre 1859 erschien sodann Neilreichs denkwürdige
„Flora von Niederösterreich" (Wien), ein bleibendes Denkmal von unvergäng-
lichem wissenschaftlichen Wert und in der übersichtlichen Anordnung und Glie-
derung des beschreibenden Theiles ein Muster für alle ähnlichen Werke. Trotz
der allzu grossen Umschreibung der Species, der Neilreich und seine An-
hänger huldigten, bleibt Neilreichs „Flora von Niederösterreich" ein grund-
legendes und bahnbrechendes Werk für die Flora Oesterreichs und Mittel-
europas.
Da inzwischen auch die „Oesterr. bot. Zeitschrift" als „Wochenblatt" das
Licht der Welt erblickt hatte, standen den Botanikern bereits zwei öster-
reichische Journale zur Veröffentlichung ihrer Arbeiten zu Gebote. Letztere
vermehrten sich auch so rasch, dass Neilreich, der alles sammelte und kritisch
sichtete, im Jahre 1866 den ersten von der ZBG. herausgegebenen und im
Jahre 1869 den zweiten „Nachtrag zur Flora von Niederösterreich ^' (ZBG.)
veröffentlichen konnte.
Ihnen folgten aus seiner Hand als dritter Nachtrag nur noch „die Ver-
änderungen der Wiener Flora" (ZBG. 1870).
Eine grosse Anzahl von Forschern lieferten hiezu Beiträge. Es seien
sammt ihrem Arbeitsgebiete genannt: J. N. Bayer („Praterflora" und „Botani-
sches Excursionsbuch", Wien 1869, beide analytisch gearbeitet), Bermann,
J. Berroyer, J. Breidler, K.Erdinger (Krems-undOetschergebiet), H. Frau-
berger, E. Fenzl, H. v. Grimburg jun. (St. Polten), E. Hackel, E. Handke,
J. und Th. Hein, F. Höfer (Gross-Russbach), J. Juratzka, H. Kalbruner
(Langenlois, Waldviertel), A. und J. Kerner, J. A. Krenberger (Waldviertel),
Kintzl (Wr.-Neustadt), C.J.Kreutzer („TaschenbuchderFloraWiens", 2. Aufl.,
Wien 1864), F. Küffel (Melk), J. F. Krzisch (Neunkirchen), A. Matz (An-
gern), A. Neilreich, J.Newald (Gutenstein), J. Ortmann, A. v. Parmentier,
K. Petter, A. Pokorny, A. Progner (Melk), R. Rauscher, H. W. Rei-
chardt, A. Reuss sen. und jun., (*)F. Schur, J. Seywald, K. v. Sonklar
(Wr.-Neustadt), J. Steininger, A. Thomann (Krems), W. Vuezl, J. Wies-
baur, E. Wol'oszczak, S. Zeiler (Oberleis).
Besondere Bedeutung nicht nur für Niederösterreich, sondern für die
weitesten Kreise der Floristik hatten namentlich A. Kerners „Niederöster-
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie