Seite - 145 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Pflanzentroojifiniiliio. 145
Zonen, dasVorkommen auf bestimmter geognostischcr Unterlage, die locale Ver-
breitung gewisser Arten u. dgl. nach tiblicher Weise in einem allgemeinen, dem
beschreibendenTheilederFlorenwerkevorangehenden Capitcl besprochen wurden.
Erst zu Ende der Fiintzigerjahre greift auch bei den Floristen die Er-
kenntnis Platz, dass den auf das Leben und die Verthcilung der Gewächse
Einfluss nehmenden Factoren grössere Aufmerksamkeit zu widmen sei. A.
Neilreich gieng auch nach dieser Hinsicht allen anderen Floristen voraus.
In seiner „Flora von Niederösterreich" (Wien 1859) werden die klimatischen
und geologischen Verhältnisse Niederösterreichs eingehend erläutert; er schil-
dert die Verthcilung der Vegetation nach Regionen und nach der geognosti-
schen Unterlage; auch der Vereinigung der Gewächse zu gesetzmässigen
Gesellschaften (Vegetationsformationen) widmete Neilreich seine Aufmerk-
samkeit. Er unterschied nur acht ITauptformationen und gab deren Zusam-
mensetzung durch Aufzählung der in denselben vorkommenden Gefässpflanzen
bekannt.
Nach allen oder doch einigen dieser Gesichtspunkte behandelten hernach
noch manche Floristen in ihren Florenwerken die Vegetation österreichischer
Länder, so A. Sauter, Herbich, Pospichal, Marchesetti. Grössere Be-
deutung nach genannter Richtung besitzen ferner noch die Arbeiten von:
J. Zahlbruckner, Beiträge zur Pflanzengeographie von Niederösterreich (ZBG.
1851); F. Simony, Pflanzengeographie des österreichischen Alpengebietes
(ZBG. 1854); Purkynö, Pflanzengeographische Gliederung Böhmens (Lotes
1861); Uechtritz, Schlesien (in Fiek, Flora von Schlesien); H. v. Gutten-
berg. Der Karst und seine forstlichen Verhältnisse (Deutsch-österr. Alpen-
verein 1881); L. Celakovsky, Pflanzen Böhmens (cechisch), (in Ottuv slovnik
hauöny VI, 1893, 7. kvötena), F. Krasan, Ueberblick über die Vegetations-
verhältnisse Steiermarks (NVSt. 1895).
Viel zahlreicher sind pflanzengeographische Beiträge in den schon vorhin
genannten Localfloren enthalten. Wir nennen ferner als einschlägige Arbeiten
A. V. Kerner, Jauerling (ZBG. 1855); v. Grimburg, St. Polten (ZBG. 1857);
A. Sauter, Steyr (Flora 1850); A. Pokorny, Vegetationsverhältnisse von Iglau
(SWA. 1852); Schiedermayr, Vegetationscharakter von Linz (1850); G.
Zwanziger, Salzburg (1862-1863); E. Hackel, Mallnitz (ZBG. 1868);
Herbich, Wälder Galiziens (ZBG. 1860); F. Krasan, Isonzothal (OeBZ. 1865);
Vegetationsverhältnisse von Görz und Gradisca (OeBZ. 1880); G. Strobl,
Radstädter Tauern (OeBZ. 1871); W. Voss, Florenbilder aus der Umgebung
Laibachs (RPr. 1889); v. Sarnthein, Vegetationsverhältnisse des Stnbaithales
(in „Stubai", Leipzig 1891); G. v. Beck, Die Wachau (Ver. f. Landesk. v.
Niederösterr. 1898).
Bald aber siegte die Ueberzeugung der Pflanzengeographen, dass die
charakteristische Gliederung und gesetzmässige Zusammensetzung der Vege-
tationsdecke unter dem Einflüsse aller Factoren in der Ausbildung von Vege-
tationsformationen besonders prägnant zum Ausdrucke gelange, und dass somit
diesen gesetzmässig aufgebauten, durch bestimmte Physiognomie und eben-
solche biologische Zusammensetzung ausgezeichneten Pflanzenvereinigungen die
vollste Aufmerksamkeit zutheil werden müsse.
Botanik und Zoologie in Oesterreich 1800—1900. 10
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie