Seite - 163 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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g'anicn, namentlieli mit den Fjinien. und schrieb auch nielirCach mit grosser
Fach- und Literaturkenntnis über Pilze.
Im Jahre 1850 amtlich zur Reorganisierung- des Schulwesens in Sieben-
bürgen entsendet, benützte Heufler die Gelegenheit zu einem Austluge in
das im südlichen Grenzgebirge gelegene Thal Arpjis; die Aufzählung der da-
selbst gesammelten Krvptogamen, darunter auch einiger Pilze, wurde in einem
Prachtwerke') publiciert und kann als die erste mykologische Arbeit llcut'lers
betrachtet werden. Später verötltentlichte Heufler eine Reihe von Arbeiten,
die sich lediglich auf die Pilzkunde beziehen und hau])tsächlicli in den ZRG.
niedergelegt wurden, in den Verhandlungen selbständige Bearbeitungen oder
in den Sitzungsberichten Mittheilungen über interessante Pilze umfassend. So
erschien im Jahre 1855 eine Aufzählung mehrerer um Wien gefundener Arten,
1857 die Beschreibung des auch in Oesterreich aufgefundenen Fyronema
Marianum Carus, welche die Kenntnis über diesen Pilz wesentlich erweiterte,
1859 wird über das Auffinden der bisher in Niederösterreich noch nicht be-
obachteten Fuccivia UmhcUifcrarum DC. berichtet und ihre bishin unbekannten
Spermogonien und Spermatien beschrieben; nach längerer Pause erschien 1867
eine ausführliche Naturgeschichte des Aecidium alhcsceiis Grev. und des Paims
Sivain^omi (Lev.), 1868 werden die Diagnosen zu einigen neuen und seltenen
Hymenomyceten seines Herbars und die Aufzählung der Pilze in der Koerber-
schen Bearbeitung der Kryptogamenflora der jonischen Inseln der Oeflfentlich-
keit übergeben, und 1871 erschien die mit grosser Sachkenntnis verfasste
Aufzählung der Krvptogamen Venetiens, welche für das Gebiet 245 Pilzarten
anführt. Auch die OeBZ. brachte mehrere Artikel über Pilze aus seiner
Feder; er veröffentlichte daselbst (1867) ein mykologisches Tagebuch seines
Badener Aufenthaltes im Spätsommer dieses Jahres, 1870 beschreibt er einen
neuen Pilz aus Oberösterreich, das Uydnum Sclnedermayeri Heufl., derselbe
Jahrgang enthält eine Studie über den Fungus Laricis aureus des Matthioli,
dessen Verbreitung in der ^Monarchie eingehend erörtert wird und die Mit-
theilung über die Entdeckung des zu Uromyces Cacaliac Uug. gehörigen Aeci-
diums; der nächste Band (1871) bringt Abhandlungen über Sarcosphaera macro-
calyx Auwd. und Puccinia Prostii Duby. Nach längerer Pause, bedingt durch
Heuflers leidenden Zustand, erschien kurz vor seinemTode eine mykologische
Mittbeilung in den DBG. „Zur Entdeckungsgeschichte von Boassansia Älis-
matis (Fr.) eigentlich (Nees in Fr.)" betitelt sich diese letzte seiner Publi-
cationen. Ausser diesen grösseren Arbeiten bereicherte Heufler die Kenntnis
der Pilze und ihrer geographischen Verbreitung in der Monarchie durch zahl-
reiche Vorträge, die er in der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft hielt.
Die bereits hervorgehobenen Eigenschaften der Heufler'schen wissen-
schaftliehen Arbeiten überhaupt, gründliche Sachkenntnis und vidlige Beherr-
schung der einschlägigen Literatur, charakterisieren auch seine mykologischen
Studien. Infolge dessen sind seine Pilzarbeiten, mögen es auch nur kleinere
Mittheilungen sein, von bleibendem Wert. Das reiche Herbar Heuflers wurde
1) Heufler L. V.: .Specimen floiae cryptogauiae vallis Arpasch Carpatae Transsilvaiii
(Wien 1853i.
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Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie