Seite - 165 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Morpholo^ne, Entwicklungsgeschiclitc iiiul Systcinntik di r Krypt()j,':iiiu'ii. 165
niorpliisinus einiger Pilze, und in IWl. XXI bringt er eine Zusammenstellung
der vtin ihm an Quittenästchen beobachteten Pilze, beschreibt und bildet die-
selben ab ; in dem Bd. XV der Oesterrciehisehen botanischen Zeitschrift
theilt er kritische liemcrkungen über Bouordens „Abhandlungen aus dem
Gebiete der Mykologie" mit. In Bd. XXXI der letztgenannten Zeitschrift und
einer im Jahre 1886 zu Agram herausgegebenen, „Das unangenehmste Er-
lebnis auf der Bahn meines wissenschaftlichen Forschcns" betitelten Flug-
schrift polemisiert Schulzer gegen Fr. Hazslinszky und wehrt dessen Au-
schuldigungen ab.
Auf allen mykologischen Schriften Schulzcrs, auch auf seinen besten,
haftet ein Dilettantismus, den einzugestehen er selbst freimüthig genug war.
Es darf jedoch bei der Beurtheilung seines Wirkens nicht ausseracht gelassen
werden, dass Schulzer keine akademischen Fachstudien genoss, dass er von
keinem Meister der Mykologie unterrichtet und in das Studium der Pilzkunde
eingeführt wurde. Schulzer war Autodidakt und erwarb sich seine reichen
Kenntnisse unter den schwierigsten Verhältnissen. In einem weltverlassenen
Erdwinkel, fast aller literarischen Hilfsmittel entblösst, warf er sich mit rast-
losem Eifer auf das Studium der reichen Pilzvegetation seines Ruheortes und
des Materiales, das er von seinen anderwärtigen Excursionen mitbrachte
oder von befreundeten Forschern erhielt. Es wird erklärlich erscheinen, dass
Schulzer unter solchen Umständen mehrfach in Irrthümer verfiel und als
neu beschrieb, was der Mykologie als bereits erkannt einverleibt war; wägt
man jedoch seine Irrthümer mit seinen übrigen Leistungen ab, so wird das
für die Mykologie Bleibende und von ihm Geschaffene das Urtheil im gün-
stigen Sinne beeinflussen.
Mit nur wenigen, aber grundlegenden Arbeiten wirkte der hervorragende
österreichische Botaniker J. J. Peyritsch auf dem Gebiete der Mykologie.
Peyritsch (geboren am 20. October 1835, gestorben am 14. März 1889 als
Professor der Botanik in Innsbruck) befasste sich mit der ihm innewohnenden
GründUchkeit mit einer einzigen Gruppe der Pilze. Es waren dies die Laboul-
beniaceen, jene eigenartigen, von Kolenati und Diesing noch für Würmer
angesehenen pilzlichen Organismen, die an lebenden Thieren vegetieren. Ihre
bishin wenig gekannte Naturgeschichte, insbesondere ihre biologischen Ver-
hältnisse und ihre systematische Gliederung wurde von Peyritsch in drei
in den SWA. (Bd. LXIV, LXVIII und LXXII) erschienenen Arbeiten einer
gründlichen Untersuchung unterzogen und mit einer Fülle neuer Thatsachen
bereichert. Die Resultate seinerLaboulbeniaceen-Arbeiten bedeuteten auf diesem
Gebiete einen wesentlichen Fortschritt; sie blieben bis in die neueste Zeit das
Beste, was wir über diese schwierige Gruppe der Pilze besassen.
Wilhelm Voss, geboren am 31. December 1849, absolvierte die tech-
nische Hochschule in Wien und wurde daselbst 1871 zum Assistenten der
Lehrkanzel für Zoologie und Botanik ernannt; in dieser Stellung verblieb er
bis 1874, in welchem Jahre seine Ernennung zum Professor an der k. k.
Staats-Oberrealschulc in Laibach erfolgte; nach zwanzigjähriger eifriger Pflicht-
erfüllung wurde er an die Realschule im IV. Bezirke in Wien versetzt; bevor
er jedoch hier seine wissenschaftliche Thätigkeit aufnahm, ereilte ihn der
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie