Seite - 171 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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niedergelegt und beziehen sich auf eine Anzahl von Ascomycetcn, J'cniciUhim
crusfacemn Lk. und auf einige ÄscobolKs-Artm. Interessant ist auch seine
Arbeit, in welcher er die Frage über das griinfaule Holz behandelt (OeBZ.,
Jahrgang 1887) und in der er sich denjenigen Forschern anschlicsst, welche
die Ansieht vertreten, dass der grüne Farbstoff von dem Pilz in das laule
Holz überführt wird und nicht dem letzteren angehöre. Mit seiner Berufung
als Professor für Phytopathologie wendete sich Zukal einem neuen Gebiete
zu
; er wurde von der kais. Akademie der Wissenschaften beauftragt, die durch
Erikssons Untersuchungen in neue Bahnen geleitete und actuell gewordene
Frage über die Kostpilzkrankheiten des Getreides in unserer Monarchie zu
studieren. Es zeugt von Zukals gründlichem Wissen, grossem Fleiss und
seiner Fälligkeit, sich binnen kurzem auf einem bisher von ihm nicht näher
berücksichtigten Gebiete der Mykologie zurechtzulinden und dasselbe dann
ganz zu beherrschen, dass er in der Lage war, rasch mit einer den Gegen-
stand behandelnden Arbeit (SWA. 1899) hervorzutreten, in derselben seine
zahlreichen Untersuchungen über die Getreideepidemien zu berichten und zu
den neuen Lehren Stellung zu nehmen. Diese Arbeit umftisste nur die erste
Reihe seiner Resultate; bevor zur Ausarbeitung und Veröifentlichung des
zweiten Theiles geschritten werden konnte, wurde Zukal, der begeisterte und
talentierte Forscher, aus der Reihe der Lebenden entrissen.
Gustav Niessl v. Meyendorf, Professor an der technischen Hochschule
in Brunn, begann seine mykologische Thätigkeit mit Ende der Fünfziger-
jahre. In den Schriften unseres Vereines erschien im Jahre 1857 seine erste
Arbeit, einen Beitrag zur Pilzflora Niederösterreichs umfassend; daselbst be-
schreibt er im Jahre darauf einige neue Pilze aus dem Tiroler National-
museum; 1859 erschien ein zweiter Beitrag zur Pilzflora Niederösterreichs, zu
welchem in Bd. XII Berichtigungen gebracht werden. In der UeBZ. trat
Niessl ebenfalls mit mehreren mykologischen Arbeiten vor die Oeflfentlich-
keit; er schreibt in dieser Zeitschrift über eine durch Cladosxwrium Fmmujo
Lk. hervorgerufene epidemische Krankheit der Obstbäume in Athen (1859),
über neue Kernpilze aus verschiedenen Theilen unserer Monarchie (1875 und
1881) und publiciert im Jahre 1878 eine kritische Monographie der Pyreno-
mycetengattung Sporormia. Auch in den Schriften der NVB. findet sich eine
Reihe mykologischer Arbeiten Niessls; ein Theil derselben bezieht sich auf
die Erforschung der Pilzflora Mährens und enthält wichtige Vorarbeiten zu
einer Kryptogamenflora Mährens und österreichisch Schlesiens; den anderen
Theil bilden kritische, mit Gründlichkeit ausgeführte Beiträge zur Kenntnis
der Pilze, Beschreibungen neuer oder wenig gekannter Formen, erläutert
durch vortreffliche Abbildungen des inneren Baues derselben.
Mit nur zwei, aber hervorragenden Arbeiten betritt Josef Thomas v.
Rostafinski, Professor an der Universität in Krakau, das Gebiet der Pilz-
kunde. Seine Studien beschränkten sich auf die Myxomyceten, und aus ihnen
resultierte eine Monographie dieser Pilzfamilie, welche, grundlegend für alle in
der Folge erschienenen Werke über dieselben, das Beste ist, was über sie ge-
schrieben wurde. In einer vorläufigen Mittheilung, seiner Inauguraldisser-
tation, betitelt: „Versuch eines Systems der Mycetozoen" (Strassburg. -s'^) bringt
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie