Seite - 174 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Bild der Seite - 174 -
Text der Seite - 174 -
174 A. ZalillinicUiier.
öffentlichte, eine Studie, welche durch die Beschreibung vieler neuer Arten,
vortrefflicher Al3bildung'eii und kritischer Bemerkungen die Kenntnis dieser
Gruppe der Ascorayceten im allgemeinen v^esentlich fördert. Fernere Nieder-
österreichs Pilzflora behandelnde Arbeiten lieferten Karl v. Keissler, J. S.
Poetsch, Siegfried Stockmayer, P. Plus Strasser (mit dem ersten Theile
der Aufzählung der Pilze des Sonntagberges bei Rosenau), A. Eöll und
J. Wallner.
Oberösterreichs Pilzflora erfuhr durch Karl B. Schiedermayr
eine gründliche Erforschung. K. Schiedermayr, am 3. November 1818 zu
Linz geboren, studierte Medicin in Wien, erlangte 1843 die Doctorwürde,
begab sich 1845 in seine Vaterstadt, w^o er bis 1849 die ärztliche Praxis
ausübte, und übersiedelte dann nach Kirchdorf im Kremsthale. Mit dem Amts-
sitze daselbst wurde er 1871 zum landesfürstlichen Bezirksarzt ernannt und
in gleicher Eigenschaft im August 1874 nach Linz versetzt, wo er 1875 zum
Statthaltereirathe und Landessanitätsreferenten für Oberösterreich befördert
wurde. Er starb am 29. October 1895 in Kirchdorf.
Schiedermayr widmete seine freien Stunden der Mykologie, in welcher
er sich bald anerkannte, gediegene Kenntnisse erwarb, und schritt, nachdem
er die Resultate seiner Forschungen vorher in mehreren kleineren Arbeiten der
Oeffentlichkeit übergeben hatte, im Vereine mit seinem Freunde J. S. Poetsch
an eine Zusammenstellung der Kryptogamen Oberösterreichs. „Systematische
Aufzählung der im Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns bisher beobach-
teten samenlosen Pflanzen (Kryptogamen)" betitelt sich das von der k. k.
zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1872 herausgegebene vortreffliche
Buch, in welchem Schiedermayr die Bearbeitung der Pilze durchführte.
Nach dem Tode seines Freundes gab Schiedermayr „Nachträge" zu Ober-
österreichs Kryptogamenflora (1894) heraus und bereicherte die Kenntnis der
Pilzflora dieses Kronlandes durch Anführung zahlreicher neuer Bürger, deren
Feststellung in erster Linie seiner eigenen Sammelthätigkeit zuzuschreiben ist.
Um die Erforschung der Pilzvegetation Salzburgs machte sich A. E. Sauter,
um diejenige Kärntens Julius Tobisch verdient; über die Pilzflora der Karst-
höhlen berichtet Alois Pokorny und über die auf den Höhlenkäfern lebenden
Myceten Desehmann; in Tirol wirkten Fr. Ambrosi, Franz Bubak, Rug-
gero Cobelli, der nach einer vorläufigen Mittheilung in der „Michelia" (1881)
im Jahre 1885 (Rovereto) ein systematisches Verzeichnis der Hymeno-, Disco-,
Gastero- und Myxomyceten des Lagarinathales publicierte, ferner J. Rick und
H. Zurhausen; in Ungarn erforschten die Pilzflora Friedrich Hazslinszky
und Karl Kalchbrenner. An der Erforschung der Pilzvegetation ausser-
europäischer Länder bethätigte sich M. Raciborski während seines mehr-
jährigen Aufenthaltes auf Java.
Neubeschreibungen von Pilzen, die Naturgeschichte einzelner Gruppen
oder Arten derselben oder kritische Bemerkungen, Studien, die übrigens auch
vielfach in den im früheren Abschnitte behandelten Arbeiten eingestreut sind,
verdanken wir mehreren Forschern. Es seien hier genannt die Arbeiten
Franz Bubäks über Pucciiiia Scirpi und über ein neues Synchitrium; Fried-
rich Hazslinszkys Zusammenstellung der auf Lyciimi lebenden Sphärien
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie