Seite - 175 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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(ZBG. 1864) und Untcrsuclmng-en über Plcospora und Puccinia des Spargels;
FAhiard v. Janczewskis scliöne Arbeit über das Vorkommen und die Beglei-
ter des Cladosjwrium herharum auf den Cercalien; Ernst KernStocks Ueber-
siclit der aufden Flechten schmarotzenden Pilze; Karl v. Keissler schrieb über
GajmoiUum und Hubert Leitgeb über Completoria und neue Saprolegnien
Christian Lippert (k. k. Ministerialrath, gestorben am 21. Mai 1899), ein vor
trefflicher Kenner der Myxomyceten, beschriel) in der OcBZ. (1894) eine neue.
Cleistoholus benannte Gattung dieser Familie; Alois Pokorny schildert in
den Verhandlungen unserer Gesellschaft (1865) das masseidiafte Auftreten
des Schneeschimmels (Lauosa riiralis Fr.") im Wiener Stadtparke im März des
Jahres 1865; Rudolf Raimann berichtete über Herpoirichia nigra und Otto
Stapf über Fanm aclieruntiuA und über Champignonschimmel; S. Reissek
beschrieb eine neue Pilzgattung, Alphitomyces, welche sich auf einer Casein-
l()sung entwickelte.
Aus dem Gebiete der Anatomie, Biologie und Physiologie der Pilze liegen
einige ganz vortrefÜiche Arbeiten vor. Es können hier nicht alle jene Ab-
handlungen berücksichtigt werden, in welchen auch die Pilze gestreift werden,
wie ja überhaupt die Aufzählung aller mykologischen Werke nicht angestrebt
wurde; es mögen hier nur diejenigen kurz augegel)en werden, die sich aus-
schliesslich oder zum mindesten eingehender mit den Pilzen befassen. Siddy
Eisenschütz erörtert in ihren Beiträgen zur Morphologie der Sprosspilze die
Körnchen und Vacuolen in den Zellen und die im Protoplasma vertheilte
Kernsubstanz; Alfred Burgerstein berücksichtigt in seinen Studien über
die Verholzung der Zellwand auch die Pilze; einen interessanten Beitrag zur
Morphologie und Biologie der Myxomyceten verdanken wir Chr. Lippert;
über die mineralische Nahrung der niederen Pilze macht uns Hans Molisch
Mittheilungen: Karl Richters Studien über die chemische Beschaffenheit der
Zellmembran erstreckten sich auch auf die Pilze; Adolf Weiss studierte die
gegliederten Milchsaftgefässe bei Lactarius deliciosus und berichtet über die
Fluorescenz der Pilzfarbstoffe; aus der Feder L. Rotherts stammen Unter-
suchungen über die Entwicklung des Sporangiums der Saprolegnien. Ueber
Pilze, welche Krankheiten hervorrufen, und deren Studium deshalb für die
Praxis von grosser Wichtigkeit ist, schrieben: J. Csokor, die Actinomycose,
die Strahlenpilzerkraukung, behandelnd; Ludwig Hecke über Kartoffelkrank-
heit und Getreiderost; M. Lackner über die Brutstätten der Pilze einiger in
Wien im Jahre 1877 herrschenden Krankheiten; Adolf Ritt. v. Liebenberg
über Brandpilze; Otto Penzig veröffentlichte eine grössere und sorgfältig
ausgeführte zusammenfassende Arbeit über die Pilze, welche auf den Blättern,
Früchten und auf dem Holze der Citronen und Orangen leben („Funghi
agrumicoli. Contribuzione allo studio dei funghi parassiti degli agrumi",
Padova 1882, 8", mit 136 colorierten Tafeln; ein Supplement hiezu erschien
1884 in Venedig); J. Neumann schildert die pflanzlichen Parasiten der
Haut des Menschen (Wien 1868); E. Scholz beschreil)t (1897) unter dem
Namen Bhisoctonia Strohi ein Mycel, dessen Fruchtkörper unl)ekannt ist, und
das als bisher unbekannter Parasit die Weymutskieferculturen in den nord-
westlich gelegenen Al)liängcn des Karstes empfindlich schädigt: Alois Rogen-
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie