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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 184 -
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Seite - 184 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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184 A.. Zahlbnickner. (1858) schrieb über die Flechten von Briix, J. Dödecek (1878) über den Jeschken und J. Noväk (1893) über Deutschbrod. Letzterer fügt seiner Localfiora auch ein Verzeichnis der in Böhmen überhaupt gefundenen Flechten an und zeigt uns damit, wie wenig eigentlich für die lichenologische Erfor- schung Böhmens bisher geschah, und wie dankenswert die Aufgabe der Er- forschung dieses interessanten Kronlandes wäre. Die einzige Kunde aus SMesien bringt uns Kolenati (1860) mit einer Höhenflora des Altvaters. Auch Mährens Flechtenweit blieb fast unberührt und ist, da sie auch in früheren Perioden keinen Erforscher fand, eine terra incognita. Das Ganze, was wir nennen können, ist eine Arbeit A. Po- kornys (1852) über die Flechten Iglaus und ein kleiner Beitrag von W. Spitzner (1889). Wir können die Schilderung der lichenologischen Erforschung unserer Monarchie nicht beschliessen, ohne zweier Exsiccatenwerke zu gedenken, welche, obschon sie sich nicht ausschliesslich mit den Flechten Oesterreichs befassen, wesentlich zur richtigen Kenntnis derselben beitragen. Es sind dies die von A. v. Kerner ins Leben gerufene „Flora exsiccata Austro-Hungarica" und die von der botanischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Museums zur Ausgabe gelangenden „Kryptogamae exsiccatae"; beide Unternehmungen zeichnen sich durch sorgfältige Durcharbeitung und durch instructives Mate- rial aus. Das reiche Arbeitsfeld, welches sich den österreichischen Flechten- forschern in der Heimat darbot, hinderte sie nicht, auch an der Erforschung des Auslandes Antheil zu nehmen. Hiebei lenkten Tradition und vielfache Beziehung die Aufmerksamkeit vornehmlich auf den Orient. So brachten F. Unger und Th. Kotschy eine reiche Flechtenausbeute von Cypern mit, die sie in ihrem grossen Werke über diese Insel nach den Bestimmungen Koer- bers aufzählten; mit der LiebenenVegetation Griechenlands befasste sich der leider der Wissenschaft zu früh entrissene, begeisterte und opfermuthige Lichenologe Eggerth jun. und J. Steiner; letzterer veröffentlichte in dieser Hinsicht zwei Beiträge (1893 und 1894) und stellte im Jahre 1896 einen kritisch gesichteten Prodromus der griechischen Flechtenflora zusammen; von ihm stammen ferner Mittheilungen über die Flechten Pisidiens und Pamphy- liens (1889), Aegyptens (1893), Südpersiens (1896), der Sahara (1895), Arme- niens und des Kaukasus (1899), Constantinopels (1899) und Britisch-Ostafrikas (1897). A. Zahlbruckner publicierte die Bestimmungen der von J. v. Szy- szyJowicz in Montenegro und von J. Dörfler in Albanien gesammelten Flechten und eine Ausbeute Moores aus Australien und beschrieb eine auf den hawaiischen Inseln entdeckte neue Flechtengattuiig. lieber die Stellung der Flechten im Systeme des Pflanzenreiches herrschte bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts Unklarheit; bald den Pilzen, bald den Algen näher gestellt, nahm man nicht den geringsten Anstand, sie als eine autonome, den übrigen Kryptogamen ebenbürtige Gruppe zu betrachten. Diese Annahmewurde durch die exactenUntersuchungen der letzten Decennienwesent-
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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