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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Morphologie, Eutwickliintrsgescliichto und S3'stematik der Kryptoframen. 185 lieh abgeändert, indem dieselben Klarheit über das Wesen der liehenisehen Orga- nismen brachten. Naeh eingehender auatomisehcr Untersuchung des Flechten- lagers und unter lieriicksiehtigung und kritischer Sichtung der Kesultate an- derer Forscher (Horanetzky, Askcnasy, Itzigsohn, De l>ary) erkannte Sehwendener (1867) zuerst die Doppelnatur der Lichenen, ihre Zusammen- setzung aus Pilzen und Algen, und führte damit in die Wissenschaft eine Lehre ein, die, auch durch physiologische Experimente gestützt, trotz der vielfachen und leidenschaftlichen Anfeindungen der Gegner sich siegreich be- liau]>tete, welche die wissenschaftliche Lichenologie in neue Bahnen lenkte und auf diesem wenig bebauten (iebiete eine rege Thätigkeit erweckte. Diesen Studien ist es zu verdanken, dass das richtige Verhältnis der beiden Componenten des Flechtenorganismus zu einander klargelegt und dass gezeigt wurde, dass dieses, wenigstens in den allermeisten Fällen, auf eine Symbiose — statt des ursprünglich angenommenen Parasitismus— zurückzuführen ist; es geht aus ihnen auch zweifellos hervor, dass den phylogenetischen Aus- gangspunkt der gliederreichen Gruppe der Flechten die Vereinigung eines Pilzes mit einer Alge bildete. Aus der Reihe der(iegner der Schwendener- schen Lehre unter den Lichenologen, die für die Autonomie der Flechten Partei ergriffen, trat A. Minks (187G) mit ganz neuen Anschauungen hervor, mit denen er die neue Lehre wirkungsvoll zu bekämpfen hoffte. Er ver- meinte den Nachweis liefern zu können, dass die Gonidien ihren Ursprung in den Hyphen selbst nehmen und infolge dieser ihrer Entstehung, trotz der grossen morphologischen Aehnlichkeit nicht als Algen angesprochen werden dürfen, und dass die Flechtensporen aus sich allein einen vollständigen, beide Grundformen ihres Körpers enthaltenden Thallus zu erzeugen vermögen. Es standen sich derart in den Siebzigerjahren drei Ansichten über das Wesen der Lichenen schroff gegenüber und veranlassten einen intensiven Kampf der Geister, an welchem sich viele Forscher betheiligten, und der die bisher so wenig beachteten Lichenen in den Vordergrund des Interesses stellte. In diesen Streit der Meinungen griff H. Zukal ein, der sich bisher mit dem Studium der Algen und Pilze befasst hatte und, angeregt durch die Schwendener'schen Untersuchungen, sich nunmehr auch den Flechten zu- wendete. In einer kleinen Abhandlung in der OeßZ. (1878) schildert Zukal zunächst in Kürze die Flechtenfrage, dann, wie es ihm gelungen sei, die Gonangien und Gonocysten, die angeblichen lirutstellen der Gonidien, zu finden, und nimmt für die Minks'sche Ansicht Partei. Nach mehrjährigem ein- gehendem Studium der Flechten, hauptsächlich vom anatomischen Standpunkte, trat Zukal im Jahre 1884 mit einer grösseren Arbeit, seinen „Flechten- studien'V) hervor, in welchen er eine Fülle von Beobachtungen über den Bau der Flechten der Oefifentlichkeit übergibt und eine Keihe von bisher un- erörterten oder nicht endgiltig erledigten Themen in Discussion zieht. In dieser Studie ändert Zukal zunächst seine früher ausgesprochene Ansicht über die Gonocysten und Gonangien ab; die ersteren sind ursprünglich Thallus- partien, welche, durch gewisse AVachsthumsvorgänge an die Oberfläche des l)H. Zukal, FleehtenstudÜMi. (DWA., naturwi.ss.-uiath. Abtlirilmi^r, Md. XI>VIII, 1.S.S4, S. 249—•2'.)2, 7 Tat.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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