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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 187 -
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Seite - 187 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Morpholofrir, Kiitwickliiujis^icschidite und Systematik (Um- Kryptoiranicn. 18 ( Oeffentlichkeit. In dieser grossan^elegten Studie unternimmt es Ziikul, die ganze Flecbtenmorpholog-ie auf neuen Unterlagen basierend aufzubauen und die biokigiseben, sowie pliysioK)giscben Verliältnisse zusammenfassend zu scbildern. Die FUlle des Gebotenen in der gedankenreicben Arbeit ist zu gross, als dass es möglich wäre, in Einzelheiten einzugeben; zu ihrer Charak- teristik sei hervorgehoben, dass Zukal in derselben völlig auf dem Sehwen- dener'sehen Standpunkt steht und sieh bei der Erörterung einer Reihe von Fragen von diesem leiten lässt; es sei ferner hervorgehoben der grosse Ein- iiuss, den, insbesondere bei der Ausarbeitung des physiologischen und bio- logischen Theiles der Arbeit, sein Lehrer, Prof. J. AViesner, auf ibn aus- übte, und sein Bestreben, die epochemachenden Entdeckungen des genialen Meisters in die Licheuologie einzuführen oder hier in der vom Ent- decker angeregten Weise auszuarbeiten. Mag auch so manche der Ansichten Zukals, mehr auf Analogieschlüsse aufgebaut, erst der experimentellen Be- stätigung harren, wird auch die eine oder die andere seiner Hypothesen durch eingehende Nachuntersuchungen eine Modification erfahren, das eine wird anerkannt werden müssen, dass der Versuch, ein so wenig gekanntes Gebiet, wie dies bisher die Flechtenbiologie war, zusammenfassend darzu- stellen, mit kühnem Geiste unternommen wurde, und dass die grossangelegte Studie durch ihren Keichthum au Ideen anregend und fördernd wirken wird. Mit dem anatomischen Baue des Flechtenlagers befasste sich auch J. Steiner.') Er schildert in dieser Studie den Bau zweier kalkbewohnender Krustenflechten in klarer Weise; er constatiert für Petradis exatitliemica die Thatsache, dass ihre Gonidien von einem Scytonema gebildet werden, und fand als erster jene Hyphen, welche später von Fünfstück näher klargelegt und als ..Oelhyphen" bezeichnet wurden. Die physiologischen Verhältnisse der Flechten fanden Berücksichtigung in einer Arbeit von H. Molisch (1892), welche sich mit den Pflanzen in ihren Beziehungen zum Eisen befasst und über den Eisengehalt der soge- nannten „oxydierten" Flechten (insbesondere Lec/cZm-Arten) Aufschlüsse gibt. Die bahnbrechende Arbeit J. Wiesners über den Einfluss der chemischen Lichtintensität auf den Gestaltungsprocess der Pflanzen handelt auch über die Flechten und bringt über diese Organismen bemerkenswerte lieobachtungen. Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Zellhaut der Flechtenhyphen verdanken wir A. Burgerstein. Hier sei auch einer in den DWA. veröffentlichten Arbeit des königl. bayrischen Bergmeisters C. W. Gümbel (1856) gedacht, welche mehr vom technologischen Standpunkte den anatomischen Bau, die Entwicklungsgeschichte und die ehemischen Bestand- theile des von ihm als Lackmusflechte in Vorschlag gebrachten Haematomma ventosum behandelt und auf welche später zurückzukommen F. Fenzl Gelegen- heit fand. Dass über die ohnehin nur dürftigen ökonomischen Beziehungen der Flechten keine reiche Literatur vorliegen kann, mag zu keiner Verwunderung 1) J. Steiner, Vprrnrariu ralrixi-dd. Petradis e.ranthenüco. Ein Beitrag znr Kenntnis des Baues und der Entwicklung der Krustentlechten. (XXXI. Trugranun des k. k. Staats-Olier gyninasiunis in Klagenfurt, 1881, 8", öU S., 1 Tat'.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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