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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 189 -
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Seite - 189 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Mori(holoj,'i(', Ent\vickliin;.'s^n-scliiclitc uml Systematik der Kryptn-^'amcn. 189 seine Studien in Prag", trat hernach in den Staatsdienst und brachte es bis zum Oberingenieur der k. k. Dicasterialdirection in Wien. Schon frülizcitig entwickelte er besondere Vorliebe für Botanik, spcciell für die Classe der Moose, deren Studium er später mit grossem Fieisse und grosser Gründlich- keit oblag; doch hatte er dabei mit allerlei Schwierigkeiten und Hindernissen zu kämpfen, da er einerseits durch seine Berufsgeschäfte sehr in Anspruch genommen wurde, anderseits seine Gesundlieit nicht immer die beste war. Seine eigentliche bryologische Thätigkeit begann mit dem Jahre 1858; ein Jahr später erschien sein erster bryologischer Aufsatz „Zur Moosflora Oesterreichs" in den ZBG. Dieser Arbeit folgten als})ald eine grosse Anzahl weiterer mit der bryologischen Erforschung Oesterreichs sich beschäftigender Abhandlungen, welche theils in den eben genannten Verhandlungen, theils in der OeBZ., in der „Flora", in der BZ. etc. zur Publication gelangten; binnen kurzem war derName Juratzkas als der eines gründlichen und kriti sehen Mooskenners bei den Fachmännern allgemein bekannt, und es währte nicht lange, so genoss Juratzka den Ruf, der bedeutendste Bryologe Oester- reichs zu sein. Im Jahre 1860 machte er bekannt, dass er eine Moosflora Nieder()ster- reichs zu schreiben beabsichtige, und dass er um Material und Mittheilungen hiezu ersuche; nach kurzer Zeit dehnte er seinen Plan auf eine Zusammen- stellung einer Moosflora von ganz Oesterreich-Ungarn aus, mit deren Aus- arbeitung er sich intensiv beschäftigte. Leider war ihm die Vollendung dieses Werkes nicht gegönnt, denn schon im Jahre 1878 ereilte ihn der Tod. Der handschriftliehe Nachlass wurde späterhin von Breidler und För- ster gesichtet und unter dem Titel „Die Laubmoosflora von Oesterreich- Ungarn" im Jahre 1882 von Seite der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft herausgegeben. Die leider ein Torso gebliebene Flora umfasst die Laub- moose mit Ausnahme der Leskeaceen, Hypnaceen, Andreaeaceen und Sphagna- ceen. Das grosse, circa 20.000 Nummern enthaltende Moosherbar Juratzkas gieng in den Besitz der botanischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien über. Ein zweiter bedeutender Bryologe ist Johann Breidler, dessen Name schon oben genannt wurde, seinem Berufe nach Architekt; er hielt sich früher in Wien auf und weilt gegenwärtig in Graz. Auch er, bekannt als einer der gründlichsten Mooskenner, hat eine grössere Anzahl wertvoller Bei- träge zur Moosflora Oesterreichs geliefert, die in verschiedenen Schriften er- schienen sind, von denen namentlich „Die Laubmoose Steiermarks und ihre Verbreitung" (NVS., Jahrg. 1891), „Die Lebermoose Steiermarks" (ebendort, Jahrg. 1893) zu erwähnen sind. Insbesondere ragt er als ungemein eitriger und mit grossem Scharfblick versehener Sammler hervor, der die österreichi- schen Alpenländer mit vielem Erfolge bryologisch erforschte; statt aber die Gesammtheit dieser Aufsammlungcn selbst zu publicieren, wozu er infolge seiner genauen systematischen Kenntnisse in erster Linie berufen wäre, hat er dies aus Bescheidenheit vielfach anderen überlassen; so hat Geheeb von Breidler gemachte Moosfunde in der „Revue bryologique" in den Jahren 1877—1879 unter dem Titel „Sur les nouvelles mousses d6couvcrtes
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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