Seite - 190 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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190 A. Zahlbruckner.
par J. Brcidler dans les Alpes de la Styrie" publiciert; Limpricht
wieder hat das ganze von Breidler in den österreicliisclien Alpenländeni
gesammelte Material für die Bearbeitung- der Laubmoose in Rabenliorsts
„Kryptogamenflora" erhalten. Nicht unerwähnt darf hier die weitgehende
Förderung bleiben, welche in den letzten Jahrzehnten alle, die sich wissen-
schaftlich mit Muscineen beschäftigten, durch Breidler erfuhren. Eine statt-
liche Zahl Breidler'scher Moose liegt in den Herbarien des k. k. naturhisto-
rischen Hofmuseums, des botanischen Museums der k. k. Wiener Universität
und des botanischen Institutes der deutschen Universität in Prag-.
Neben Breidler und Juratzka, welche sich um die bryologische Er-
forschung- Oesterreichs so grosse Verdienste erwarben, Avären noch einige
andere zu nennen, die theils Beiträge zur Bryologie kleinerer Gebiete, theils
Zusammenstellungen der Laub- oder Lebermoosflora einzelner Provinzen gaben,
wie die Forscher: E. Bauer, C. Fehlner, V. Schiffner, A. Pokorny, M.
Heeg, G. Venturi, H. Reichardt, F. Matouschek, F. v. Höhnel, J.
Dedecek, J. B. Förster, A. Wallnöfer, A. Sauter, A. Weidmann, J.
Velenovsky, R. v. Heufler, J. Plucar, A.Rehmann, F. A. v. Hazslinszky
J. V. Szyszylowicz, J. Pancic, Loitlesberg-er u. a. m.
Beizufügen wäre noch, dass die namentlich in den Sechzigerjahren in-
tensiv betriebene Erforschung- der österreichischen Torfmoore, welche sogar
von einer eigens für diesen Zweck eingesetzten Commission geleitet wurde,
manche wertvolle Angaben über Moose brachte; in dieser Hinsicht wären
besonders die Arbeiten von R. v. Heufler, A. Pokorny und J. v. Lorenz
anzuführen (vgl. ZBG.).
In anderer Richtung wieder wurde die Kenntnis der österreichischen
Moosflora dadurch gefördert, dass sich einheimische Bryologen entweder als
Sammler an der Herausgabe von theils rein bryologischen, theils verschiedene
Theile des Pflanzenreiches umfassenden Exsiccatenwerken (wie Rabenhorst,
Bryotheca europaea; Kryptogamae exsiccatae, editae a Museo Palatino
Vindobonensi; Flora exsiccata Austro-Hung-arica etc.) betheiligten oderaber selb-
ständige Exsiccaten herausgaben. Von den letzteren muss hauptsächlich E.
Bauer, „Bryotheca bohemica" hervorgehoben werden, in der auch verschie-
dene neue Arten und Varietäten enthalten sind.
Aehnlich wie Oesterreich auf dem Gebiete der Phanerogamen regen An-
theil an der Erforschung des Orients nimmt, so hat sich auch eine Reihe von
Forschern gefunden, die an der Erweiterung- unseres Wissens über die Moos-
flora des Orients werkthätig mitgewirkt haben. Hier wären besonders J-
Breidler, V. Schiffner, K. Loitlesberger, G. v. Beck, R, v. Wettstein,
F. Matouschek und F. v. Höhnel namhaft zu machen, deren Thätigkeit sich
der Hauptsache nach auf Bosnien und die Hercegovina, Serbien, die rumäni-
schen Karpathen, Griechenland, Kleinasien und den Kaukasus bezieht.
An der Bereicherung unserer bryologischen Kenntnisse über die tropi-
schen Gebiete betheiligten sich in erster Linie H. Reichardt und V. Schiff-
ner. Ersterer bearbeitete die von der „Novara"-Expedition gesammelten
Moose; letzterer, bekannt als der beste Lebermooskenner in Oesterreich, hat
die Hepaticao in Engler-Prantls „Natürliche Pflanzenfamilien" bearbeitet
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie