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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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204 E. V. Wettstein. Briinn, gest. 24. Mai 1887 in Wien), die monographischen Arbeiten von J. N. Bayer über die Gattung Tilia,'^) jene des späteren Phytopaläontologen D. Stur,^) sowie eine die Gattung Hieracium betreffende Arbeit A. Neilreich s'^) gezählt werden. Den ersten kräftigen Impuls erfuhr die systematische Forschung in Oesterreich im Verlaufe der Sechziger- und Siebzigerjahre durch A. v. Kerner (geb. 12. November 1831 zu Mautern in Niederösterreich, gest. 21. Juni 1898 in Wien).'*) Sein Einfluss bezog sich insbesondere auf den die untersten Ein- heiten des Systems, die Arten in ihren Abstufungen, betreffenden Theil der Systematik. Er war ein weitgehender, da die von ihm vertretene Richtung auf descendenztheoretischen Erwägungen beruhte und daher vollständig in den Rahmen der Gesammtentwicklung der Wissenschaft sich einfügte. Kerner erkannte frühzeitig, dass die systematischen Eintheilungen in den massgeben- den Werken Kochs, Neilreichs u. a. zwar auf gründlichen Erwägungen und Beobachtungen beruhten, aber durchaus nicht den Anforderungen ent- sprachen, welche man an ein natürliches System stellen kann. Er sah ein, dass der Moment noch nicht gekommen war, um mit Benützung neuer Me- thoden diesen Anforderungen ganz gerecht zu werden, und stellte daher die Forderung auf, zunächst in inductiver Weise vorzugehen und den späteren Aufbau eines wirklich natürlichen Systems vorzubereiten. Er bezeichnete es demgemäss als Aufgabe der Speciessystematik, zunächst in unbefangener Weise die „sich der Beobachtung darbietenden erblich constanten Formen zu unterscheiden und als gleichwertige Arten zu beschreiben". „Nur auf diesem Wege" — sagte er in seiner Streitschrift „Gute und schlechte Arten" — „werden wir systematische Arbeiten erhalten, welche brauchbare Grundsteine zum Aufbaue zahlreicher anderer Disciplinen abgeben und es ermöglichen, eine ganze Reihe Fragen von höchstem Interesse und grösster Tragweite zu lösen." Damit sprach Kerner etwas klar aus, was viele schon lange fühlten, dass nämlich die bestehenden systematischen Werke nur scheinbar einen Ab- schluss bedeuteten, dass die Erzielung dauernder Resultate eine unbefangene Revision erfordere, und eröffnete damit ein Arbeitsgebiet von grösster Aus- dehnung, dem sich zahlreiche Forscher zuwendeten. Kerner selbst hat in einer Reihe von Arbeiten, so in jenen über niederösterreichische Weiden (1860),^) über die Cytisus-Arten aus der Gruppe Tiihocytisus (1860),'') über die Hochgebirge bewohnenden Mohne (1868),') über die Gattung Pulmonaria (1878),^) insbesondere aber in dem Texte zu dem grossen von ihm im Ver- 1864; Itinera principiim Cobwrgi 1883; Botanische Ergebnisse der Heise Sr. Maj. Kaiser Maxi- milian nach Brasilien 1864.— Vgl. OeBZ. 1867, S. 1. 1) ZBG. XII, S. 3 (1862). 2) Beiträge zu einer Monographie der Gattung Astrantia (SWA. 1860). Monographie der Gattung Braha (OeBZ. 1861). •0 KritischeZusammenstellungder österreichisch-ungarischen Hieracien(SWA. LXIII, 1871). 4) Vgl. E. V.Wettstein in DBG., XVI, S. (43); in Naturw. Eundschau XIII. Jahrg., Nr. 39; in Almanach der Wiener Akademie 1898. ' A.Degen, A.Kerner in Termeszettudomänyi Köz- löny 348 (1898).— K. Fritsch in ZBG. 1898, S. 698. =') ZBG. X. '') Festschrift anlässlich derVersammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Innsbruck. ?) Jahrb. des Deutschen und Oesterr. Alpenvereins VI. ^) Mouographia Pulmouariarum. Innsbruck.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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