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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 222 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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222 A. Burgerstein. unter einem gemeinsamen morpliologisclien und physiologischen Gesichtspunkte („Die Elementarstructur" etc., Wien 1890). Eine Stütze der Wiesner'schen Lehre lieferten bezüglich der Dermatosomen die subtilen anatomischen Unter- suchungen von Mikosch (DBG. 1891) an Bastzellen von Apocijnum. Eine in anatomischer und in physiologischer Beziehung wichtige Auffin- dung war die Entdeckung des Zusammenhanges der Protoplasten von im Ge- webeverbande lebenden Zellen (Fromanu 1879, Gardiner 1882). Solche intercellare Plasmacommunicationen hat Tangl (JB. 1880) im Endo- sperm von Strijcluios nux vomica, Areca oleracea und Flioenix daciylifera auf- gefunden und genau beschrieben; ähnliche Fälle von offenen Zellverbindungen constatierte später Pfurtscheller im Endosperm \on Fhytelephas, Areca Cate- chu und Sagus amicarum. Karyokinetische Studien haben Tangl (SA. 1881, 1882) und Nömec veröffentlicht. Letzterer fand, dass auch im vegetativen Theile einer und der- selben Pflanze die Ausbildung der achromatischen Figur grundverschieden sein kann, und dass zur Erklärung dieser Erscheinung auch äussere Umstände in Betracht gezogen werden müssen. Interessant ist die von Molisch (BZ. 1899) gemachte Entdeckung von merkwürdigen, bisher weder im Pflanzen- noch im Thierreiche bekannten Zell- kernen („Blasenkeruen") bei Miisa, sowie die Auffindung von faden- und fadenknäuelartigen Kernen bei Amaryllideen, sowie von riesigen, oft in eine Haut förmlich eingekapselten Kernen bei Aloe.— Aus einer Reihe von Be- obachtungen Krassers (SWA. 1892) ergab sich, dass es im Gewächsreiche auch „ruhende Zellkerne" gibt, die sich aus isoherten Körnchen aufbauen, welche man nach dem Tinctionsvermögen als erythrophile und cyanophilc Körnchen unterscheiden kann. — Nach Nestler ist die durch YerAvundung eines Pflanzenorganes hervorgerufene bestimmte Orientierung von Zellkern und Plasma eine im Gewächsreiche fast allgemein verbreitete Erscheinung. Die von Radlkofer in den Zellkernen von Lathraea squamaria ent- deckten Krystalloide Avairden eingehend von Heinrieher untersucht iSWA. 1892). Hiebei ergab sich, dass bei der genannten Pflanze auch frei im Zell- plasma liegende Eiweisskrystalloide in grossen Massen vorkommen, die aber bisher deshalb übersehen wurden, weil zu ihrer Beobachtung Tinctionen und sehr starke Vergrösserungen erforderlich sind. Es ist dies der erste bekannte Fall des Nebeneinandervorkommens von Zellkern- und freien Krystalloiden in einer Samenpflanze. — Wertvolle Beiträge zur Kenntnis der Krystalloide ver- danken wir A. V. Vogl. Wiesner betrachtet die Eiweisssubstanzen des Dermatoplasmas als jene Stoffe, aus denen die anderen Zellwandkörper hervorgehen. Thatsächlich ge- lang es Krasser (SWA. 1886), durch combinierte Anwendung verschiedener Reactionen auf Eiweiss diese Substanz in der Zellwand bei Phanerogamen und Kryptogamen nachzuweisen. — Von Reichl wurde eine neue Gruppe von Eiweissreactionen erschlossen (SWA. 1890), wobei hauptsächlich die aromatischen Aldehyde benutzt wurden, die mit Eiweissubstanzen in Gegen- wart von Schwefelsäure und schwachen Oxydationsmitteln bestimmte Farben- reactiouen geben. Mikosch prüfte dann die mikrochemische Verwendbarkeit
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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