Seite - 229 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Bild der Seite - 229 -
Text der Seite - 229 -
Entwicklung- der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. 229
Zur anatomischen Karpolog-ie haben von österreichischen Botanikern
wertvolle Beiträge geliefert: Beck (Samen von Vicia und Ervum sp. div.,
SWA. 1878), G. Haberlandt (Samenschale von Phaseolus sp. div., SWA. 1877),
Th. Hanausek (Samen von Coffea arabica und andere Originalbeobachtungen
überSymmetrie und Polyembryonie), Heimcrl (Früchte derNyctagineen, DWA.
1887, SWA. 1888), Heinricher (Springkapsel von Lathraea s^quamaria und
clandedina, SWA. 1892), Kroufeld (Frucht von Juglcmfi regia; Entwicklung
von derAnthese bis zur Samenreife, Englers Jahrb. 1888); ferner Polyembryonie
bei Visciim-Bamen, Hoehnel (Samenschale der Brassicecn und Cucurbitaceen,
SA. 1876), Nestler und Stocklassa (Samen der Zuckerrübe), Solla (Früchte
von Ceratonia)^ Stapf (Früchte von Sararanga)
^ Wichmann (Samen von
Aleurites triloba), Zoebl (Frucht von Hordeum disticJmm).
Die Anatomie ganzer Pflanzen behandelten: Leitgeb: Tlartwegia co-
tnosa (SWA. 18G4); Älarktanuer: Viscum album und Lorantlms europaeus
(SWA. 1885); Scholz: Smilaceen (Mittelschulprogramm 1888); Stapf: Arten
der Gattung Ephedra- Zdarek Prunus Fadiis und Saheri (ZBG. 1892);
Figdor: Cotylanthera tenuis, eine saprophytische Gentianacee (An. J. Buiten-
zorg 1896); L. Linsbauer: Caprifoliaceen (ZBG. 1895); K. Linsbauer: tro-
pische Lycopodien (SWA. 1898).
Die Bedeutung- anatomischer Studien für die Systematik und
Pflanzengeographie ist heute in wissenschaftlichen Kreisen allgemein aner-
kannt. Die Arbeiten dieser Richtung fanden bereits in dem der Systematik
der Phanerogamen gewidmeten Abschnitte eine Besprechung.
Unter den zahlreichen Arbeiten, mit welchen G. Haberlandt sowohl die
Anatomie als die Physiologie der Pflanzen bereicherte, nehmen seine For-
schungen über physiologische Gewebesysteme eine hervorragende Stellung
ein. Wie Sehwendener ein „mechanisches Gewebesystem" im Pflanzenkörper
nachwies, hat G. Haberlandt zahlreiche andere Gewebesysteme constatiert
(Hautsystem, Absorptionssystem, Assimilationssystem, Leitungssystem, Speicher-
system, Durchlüftungssystem). Hierauf gründet sich das von vielen Seiten mit
Beifall aufgenommene, aufphysiologischer Grundlage stehende System der
Pflanzengewebe, welches der Verfasser am vollständigsten in seiner „Physio-
logische Pflanzenanatomie" (Leipzig, 2. Aufl., 1896) niedergelegt hat.
Von den zahlreichen anatomischen Arbeiten über Kryptogamen seien
hier nur einige genannt (vgl. den den Kryptogamen gewidmeten Abschnitt).
Zukal hat sich jahrelang mit anatomisch-entwicklungsgeschichtlichen und bio-
logischen Studien niederer Sporenpflanzen beschäftigt und eine Reihe gründ-
licher Arbeiten insbesonders über Schizophyten, Cyanophyceen, Ustilagineen und
Ascomyceten veröffentlicht. — Der Anatomie der Bryophyten widmeten sich
namentlich Leitgeb und G. Haberlandt. Haberlandts Abhandlung: „Bei-
träge zur Anatomie und Physiologie derLaubmoose" (JB. 1886) enthält eine
Fülle neuer und wichtiger Beobachtungen. Von österreichischen Forschern
nennen wir noch: Schumacher (Ascosporenbildung bei der Branntweinhefe),
Wilhelm (Sclerotien von Aspergillus ochraceus), Rathay (Spermogonien der
Rostpilze), W^ettstein (Cystiden bei Coprinus-Arten), Scholz (Entwicklungs-
geschichte von Ägaricus melleus und von PJiizoctoina StroJn), Nestler und
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie