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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 231 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Entwicklung der Anatomie und Physiologie der Tflanzen. 231 dem Studium des Beweg-ungsvermög-ens des Plasmas eingehend beschäftig-t. In einer Reihe von Abhandhingen (BZ. 1872, SWA. 1876, Flora 1873, 187'6) präcisiert derselbe die verschiedenen Arten der Strömung und zeig-te, d'ass die Beweg-ungen des Protoplasten durch die in ihm selbst freiwerdenden Kräfte hervorg-erufen werden; denn die Ursache der Plasmabewegung- ist nach Veiten in elektrischen Strömen zu suchen, die der lebende Zellenleib selbst erzeugt. Die umstrittene Frag-c, ob sich die Chlorophyllkörner activ oder passiv be- weg-en, wurde von Veiten (für Cham:) in ersterem Sinne entschieden. Auch die Abhäng-ig-keit der Strömung- von der Temperatur wurde von Veiten ge- nauer als bis dahin (Dutrochet, Sachs) ermittelt, und für verschiedene Pflanzen (Elodea, Vallisneria, Ohara) die Minima, Optima und Maxima der Temperatur für die Protoplasmabeweg-ung- festgestellt. — AVeiss (SWA. 1884) beobachtete die (nach seiner Ansicht im Pflanzenreiche sehr verbreitete) Er- scheinung- spontaner amöboider Formänderungen von Chromatophoren in der Epidermis verschiedener Perianthien. Wichtige Untersuchungen über die Beziehungen des Chlorophylls zum Lichte verdanken wir Wiesner. Er constatierte (SWA. 1874), dass das Kraus'sehe Benzol-Kyanophyll nichts anderes als reines Chlorophyll, also solches sensu strictiori sei und aus dem Etiolin (Xanthophyll) hervorgehe. Alle sichtbaren Theile des Sonnenspectrums haben die Fähigkeit, Chlorophyll zu bilden und zu zerstören, beide Processe werden aber nicht, wie man bis dahin annahm, durch die sogenannten chemischen, sondern durch die am meisten leuch- tenden Strahlen am kräftigsten vollzogen; auch die dunklen Wärmestrahlen können als rayons continuateurs im Sinne Becquerels functionieren. Die Zer- störung des Chlorophylls ist, wie Wiesner zeigt, ein im Lichte stattfindender Oxydationsprocess, und die Helligkeit, welche die Pflanze zum Ergrünen braucht, ist eine viel geringere als diejenige, bei welcher die Clilorophyllzerstörung im Lichte anhebt. Bei constanter Helligkeit hängt die Chlorophyllbildung von der Temperatur in der Weise ab, dass man ein Minimum, Optimum und Maximum unterscheiden kann. Wiesner erkannte ferner (SWA. 1894, Festschr. d. zool- bot. Gesellsch. 1875) mannigfaltige natürliche Einrichtungen bei einheimischen und tropischen Gewächsen zum Schutze des Chlorophylls im intensiven Lichte, die für im Ergrünen begriffene Organe von besonderer Bedeutung sind.' Wiesner und Mikosch haben auch zum Sturze der Hypochlorintheorie Pringsheims beigetragen, indem sie zeigten (BCB. 1882), dass das „Hypo- chlorin" nur ein Zersetzungsproduct des Chlorophyllfarbstoffes ist und mit der Assimilation gar nichts zu thun hat. — Mikosch und Stöhr erkannten die Chlorophyllbildung als einen Process photochemischer Induction (SWA 1880). Die lange bekannte Thatsache des Ergrünungsvermögens von Coni- ferenkeimlingen in absoluter Finsternis veranlasste Burgersteiu, daraufhin die Gymnospermen systematisch zu untersuchen (DBG. 1900). Es ergab sich, dass alle (achtzig) diesbezüglich geprüften Coniferenarten bei vollständigem Lichtabschluss Chlorophyll in den Cotylen und— abgesehen von Larix— auch im oberen Theile des Hypocotyles ausbilden, mit Ausnahme von Ginl^go, welche, wie bereits Molisch ^OeBZ. 1889) fand, vollständiges Etiolement zeigt.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
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