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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 237 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Entwic'kluiiy der Aiuitoinie iiml Physioloyie flt-r Pflanzen. 237 1889, 1893) und Aviederholt seine Ansicht geändert. Trotzdem bekanntlich auch andere Physiologen, wie z. B. Godlewski (JB. 1885), diesem Gegenstande viel Mühe und Aufmerksamkeit gewidmet liaben, so ist das Problem des Saft- steigens noch nicht befriedigend gelöst. — Ueber die thatsächlichen Luft- druckverhältnisse in der Pflanze hatte man unrichtige Vorstellungen, da es an der Methode fehlte, die Spannung der Gefässluft direct zu messen. Dies gelang Hoehnel (1877J dadurch, dass er Zweige, die im organischen Verbände mit der Pflanze waren, an jener Stelle, an welcher der Druck gemessen werden sollte, unter Wasser oder unter Quecksilber abschnitt. Es ergab sich hiebei das Vorhandensein eines bedeutenden negativen Druckes der Gefässluft im Sommer. Unsere Kenntnisse der Transpirationserscheinungen verdanken wir zunächst den grundlegenden Experimenten Ungers (SWA. 1862). Dieser Forscher ersann Methoden zur Bestimmung der Transpirationsgrösse überhaupt; er ermittelte die Abhängigkeit der Transpiration von der Organisation der Pflanze und von dem Einflüsse äusserer Bedingungen; er bestimmte die rela- tive Verduustungsgrösse der beiden Blattseiten, das Verhältnis der Wasser- aufnahme zur Wasserabgabe der Pflanze, den Einfluss des jeweiligen Zustandes des Spaltöflfnungsapparates auf die Transpiration, und manches andere.— Von den zahlreichen diesbezüglichen Beobachtungen Wiesners sind am bedeutungs- vollsten dessen Untersuchungen über den Einfluss des Lichtes und der Luft- bewegung auf die Transpiration. Was die Lichtwirkuug betrifft, so zeigte Wiesner (SWA. 1876) durch exacte Versuche einerseits im objectiven Spectrum, anderseits mit Hilfe der Senebier'schen Glocken, dass diejenigen Lichtstrahlen den grössten Einfluss auf die Transpiration ausüben, die im Chlorophyllspectrum die ausgedehnteste Absorption erfahren. Nach Wiesner wirkt das Licht eben dadurch, dass es bei der Absorption inWärme umgesetzt wird. Durch diese Erkenntnis war mit einem Schlage die lange bekannte, jedoch unerklärt ge- bliebene Ursache der verstärkten Transpiration im Lichte bei sonst gleichen äusseren Bedingungen gefunden. Damit wurde auch die vielumstrittene Frage, ob im dampfgesättigten Baume Transpiration stattfinden kann, für insolierte Pflanzen endgiltig und im bejahenden Sinne entschieden. Auch andere Farb- stoffe beeinflussen durch Umsatz absorbierter Lichtstrahlen in Wärme die Tran- spirationsgrösse im Lichte. Die Richtigkeit dieser von Wiesner erkannten neuen Function des Chlorophylls wurde später von deutschen, französischen, englischen und italienischen Physiologen durch erneuerte Versuche bestätigt. — Ueber den Einfluss der Luftbewegung auf die Transpiration fehlten prä- cise Beobachtungen vollständig. Wiesner stellte nun die interessante That- sache fest (SWA. 1887), dass jene Luftbewegungen, welche der in Wien herr- schenden mittleren Windgeschwindigkeit (3m für die Vegetationsperiode be- rechnet) entsprechen, AVirkungen ausüben, deren Werte weit auseinanderliegen. Setzt man nämlich die Transpirationsgrösse für bestimmte Bedingungen und ruhende Luft gleich 1, so kann — in den beobachteten Fällen— die Förde- rung durch die Luftbewegung bis auf 20 steigen und andererseits die Herab- setzung bis auf ü-65 sinken. Diese ungleiche physiologische Wirkung des Windes auf die Transpiration ist, wie Wiesner constatierte, hauptsächlich
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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