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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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240 A. Burgerstein. Bezüg-lich des Geotropismus der Wurzeln lieferte Czapek den Nach- weis der Localisation der geotropischen Reizempfindliclikeit in der Wurzel- spitze nach einer neuen Methode (JB. 1895). Das Maximum der geotropischen Reaction liegt bei orthotropen Objecten nicht, in der Horizontallag-e, sondern 135 '^ von der Ruhelage entfernt. Eine zweite Abhandlung dieses Autors (JB. 1898") beschäftigt sich mit dem Studium der Abhängigkeit der Erregung und Erregungsintensität von äusseren Factoren und der Messung der Reizleitungs- geschwindigkeit in Wurzeln. — Richter fand (SWA. 1879), dass das Temperatursminimum für das Eindringen der Keimwurzeln in den Boden tiefer liegt^ wenn die Keimlinge dem Lichte ausgesetzt sind, und zeigte experi- mentell, dass durch Umsatz von Licht in Wärme die geotropische Abwärts- krümmung befördert wird. Von Leitgeb wurde festgestellt, dass die Organanlage am Embryo der Polypodiaceen nur durch seine Lage am Prothallium unabhängig von der Schwerkraft bestimmt wird, und Heinricher hat dadurch, dass es ihm gelang, Embryonen auf beiden Seiten des Prothalliums zu ziehen, nachgewiesen, dass diese Anlage auch vom Lichte unabhängig sei. In einer umfangreichen Arbeit über Hydrotropismus (SWA. 1883) machte Molisch die Physiologie mit einer neuen Methode, den Hydrotropismus zu studieren, bekannt und bewies die Richtigkeit der Annahme Darwins von der Localisation der hydrotropischen Empfindlichkeit auf die Wurzelspitze. — Eine andere Arbeit von Molisch (SWA. 1884) brachte die Entdeckung einer neuen Wurzelkrümmung: Aerotropismus. Es wird gezeigt, dass wachsende AVurzeln, wenn sie von zwei entgegengesetzten Seiten von gewissen Gasen in ungleicher Menge umspült werden, zu ganz bestimmten Richtungsbewegungen veranlasst Averden. Ein derartiger richtender Einfluss von Gasen auf Wurzeln wurde für Sauerstoff, Kohlensäure, Chlorwasserstoff, Ammoniak, Leuchtgas, Aether nachgewiesen. Ferner machte Molisch die Auffindung, dass viele Pollenschläuche negativ aerotrop sind und sich gegen die Narbensecretion positiv chemotrop verhalten. Dadurch wurde über die Reizerscheinungen, welche die Pollenschläuche zur Mikropyle und Eizelle führen, Licht verbreitet. Wichtige Beiträge zurKenntnis desLängenwa chsthums derPf1anzen- achsen ergaben die Untersuchungen von Wiesner und AVettstein (SWA. 1878, 1883, 1884) über die zeitliche und räumliche Vertheilung der Wachs- thumsintensität an Internodien, bezw. an Wurzeln. Die Entstehung der spon- tanen Nutationen wurde von Wiesner eingehend studiert und drei Arten derselben: die einfache, die undulierende und die revolutive Nutation unter- schieden.— Ueber Nutationen der Keimlinge hat auch Rimmer eine Abhand- lung (SWA. 1884) veröffentlicht.— Als gamotropische Bewegungen beschrieb Hansgirg solche Nutationsbewegungen von Perianthien, die hauptsächlich zum Schutze der Sexualorgane der Pflanze dienen. — Exstirpationsversuche (im Sinne von Göbel), die Kronfeld bei einer Reihe von Pflanzen durchführte (BZ. 1886, ZBG. 1887), ergaben interessante Wachsthumscorrelationen zwischen dem Hauptblatte und seinen Nebenblättern. In seinem Werke „The power of movement in plants" (1880) spricht Darwin auf Grund zahlreicher Beobachtungen die Ueberzeugung aus, dass die
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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