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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 242 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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242 A. Burgeisteiu. Die lang-jährigen Studien Wiesners über den Einfluss der Lage auf die Gestalt der Pflanzenorgane (DBG. 1874, 1892, 1896, SWA. 1892) haben zur Kenntnis zahlreicher Erscheinung-en ungleichseitiger und zugleich gesetz- mässiger Wachsthumsförderung an Org-anen und Geweben geführt. Den ganzen Complex dieser Erscheinungen fasst Wiesner mit dem Ausdruck „Trophien" zusammen. Er versteht darunter alle an Geweben und Organen vorkommenden einseitigen Wachsthumsförderungen, welche von der „Lage", d. h. von der räumlichen Beziehung des heterotrophen Organs zum Horizont oder zu seinem Mutterspross abhängen. Zu den Trophien gehört die Heterotrophie, d. h. die massigere Entwicklung von Geweben auf der Oberseite (Epitrophie), resp. Unterseite (Hypotrophie) infolge einseitig gesteigerter Ernährung. Sie ist be- sonders auffallend beim Holzkörper, und Wiesner hat gezeigt, wie sich die beiden Formen der Heterotrophie bei Coniferen, ferner bei isophyllen und anisophyllen Laubhölzern gesetzmässig ausprägen. Bei sämmtlichen von Wies- ner untersuchten Tiliaceen und Anonaceen ist die Holzepitrophie von Einden- epitrophie begleitet. Andere Trophien sind die Amphitrophie, d. h. die un- gleiche Wachsthumsförderung an den Flanken des Sprosses, ferner die Endo- und die Exotrophie. Im allgemeinen können zw^ei Gruppen von Trophien unterschieden werden: die spontanen Heterotrophien, die auf inneren Wachs- thumserscheinungen beruhen und erblich festgehalten werden, und die para- tonischen (receptiven) Heterotrophien, welche durch äussere Einflüsse hervor- gerufen oder induciert werden (Photo-, Thermo-, Hydrotrophie). Bezüglich der Anisophyllie ist Wiesner zu dem Resultate gekommen, dass dieselbe entweder auf Exotrophie (unabhängig von äusseren Ursachen) oder in der Ontogenese beruht und dann auf äussere Einflüsse zurückzuführen ist. Das auffallendste Beispiel exotropher Anisophyllie bilden die ternifo- liaten Gardenien. — Figdor (DBG. 1897) beobachtete, dass sich die para- tonische Anisophyllie bei der Weiterentwicklung des Sprosses unter dem Ein- flüsse des Lichtes nicht nur ausgleichen, sondern selbst umkehren kann, in Avelchem Falle also die Anisophyllie ursächlich auf Phototrophie zurückzu- führen ist. A. AVeiss veröffentlichte Detailbeobachtungen über den Längenzuwachs des Blütenschaftes von Agare Jacqiiiniana (1866), Cieslar und Friedrich be- stimmten den successiven Holzzuwachs bei Coniferen; Burgerstein constatierte, dass gleich den angiospermen Dicotylen auch die Dunkelkeimlinge der Coni- feren und Gnetaceen gegenüber den im Lichte erwachsenen Keimpflanzen kürzere Wurzeln, kleinere Cotylen und längere Hypocotyle ausbilden; Wies- ner untersuchte experimentell die Frage (DBG. 1891), wie sich das Wachsthum der Internodien im absolut feuchten und absolut finsteren Piaume bei solchen Pflanzen gestaltet, die unter natürlichen Verhältnissen eine Blattrosette bilden. Lucas zeigte, dass atmosphärische Luft mit einem wechselnden Barometer- stande von 70 16Smm hinreicht, um das AVachsthum junger Keimlinge zu erhalten, dasselbe bei einem Luftdruck von 22—74mm hingegen sistiert wird. Aus den Untersuchungen von Gehmacher (SWA. 1883) ergab sich, dass die Grösse des Rindendruckes auch auf die Wachsthumsverhältnisse der Rinde (inclusive Bast) einen bedeutenden und bestimmten Einfluss ausübt, indem
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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