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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Entwicklung der Anatomie und Pliysiologie der Pflanzen. 245 phanerogamer Pflanzen, sowie über die Glrenzen der (biologischen) Theilbarkeit im Pflanzenreiche veröffentlicht. — Figdor veröff'entlichte experimentelle und histologische Studien über die Erscheinung der Verwachsung im Pflanzen- reiche (1891). — Von Cieslar Jahrelang fortgesetzte Culturversuche mit ein- heimischen Coniferen ergaben, dass es innerhalb der Species physiologische Varietäten gibt, die der Erblichkeit von unter dem Einfluss specifischer Stand- ortsfactoren angeeigneten Charakteren ihre Entstehung verdanken. Der Autor verweist auf die Nothwendigkeit der methodischen Zuchtwahl in der Forst- wirtschaft. lieber die mechanischen Wirkungen des Regens im allgemeinen and die der tropischen Regengüsse im besonderen auf die Vegetation hatte man bis in die jüngste Zeit ganz falsche Vorstellungen. Wiesner hat dies- bezüglich überraschende Versuchsresultate erzielt (SWA. 1895). Es ergab sich, dass die primäre Wirkung des Regens weitaus geringer ist, als man bisher annnahm. Die aus der Brause einer Gartengiesskanne in Tropfenform aus- fliessende Wassermenge ist 50—lOOmal grösser als jenes Wasserquantuni, welches während eines starken tropischen Regens in derselben Zeit und auf dieselbe Fläche niedergeht. Das Gewicht der grössten Regentropfen beträgt nicht viel über O'lr/; grosse und kleine Wassertropfen fallen aus Höhen von 5 22 m mit annähernd gleicher Geschwindigkeit von etwas über 7 m per Secunde nieder. Infolge der Aufhebung der Beschleunigung durch den Luftwiderstand ist die lebendige Kraft, mit der die Regentropfen zur Erde gelangen, ausserordentlich gering. Diese sehr schwachen Stosswirkungen der Regentropfen werden aber durch die ausserordentliche Biegungselasticität der bei natürlicher Befestigung frei beweglichen Laub- und Blumenblätter be- deutend abgeschwächt. Verschiedene Erscheinungen in der Vegetation während oder nach einem starken Regen sind aber, wie Wiesner zeigt, indirecte (secundäre) Wirkungen des Regens. Bezüglich der Widerstandsfähigkeit gegen längeren oder häufigen Regen unterscheidet Wiesner (SWA. 1893) ombrophile und ombrophobe Pflanzen, beziehungsweise (oberirdische) Pflanzentheile. Die Xerophyten haben gewöhn- lich ombrophobes Laub; hingegen haben die auf nasse Standorte angewiesenen Pflanzen entweder ombrophiles oder ombrophobes Laub; im letzteren Falle sind sie als Schattenpflanzen durch ihren Standort geschützt. Die meisten der dem feuchtwarmen Klima Westjavas angehörigen Gewächse sind ombro- phil; es gibt aber dort auch Pflanzen mit ombrophobem Laub, wie Arten von Oxalis, Sida, Acacia, Mimosa. Bezüghch der Mimosa pudica hat Wiesner experimentell gezeigt, dass einer der Vortheile ihrer Reizbewegung darin be- steht, dadurch das ombrophobe Laub dieser aufdem Regen exponierten Stand- orten gedeihenden Pflanze vor der schädigenden Wirkung eines starken Regens zu schützen (SWA 1894). Gross ist die Zahl der von österreichischen Botanikern veröff'entlichten Ar])eiten, betreffend die Samenkeimung. Insbesondere war es Friedrich Ha- berlandt, der— zunächst mit Rücksicht auf die Praxis — zahlreiche dies- bezügliche Versuche durchführte, deren Resultate auch in theoretisch-physio- logischer Beziehung wichtig sind. Er ermittelte die Minima, Optima und
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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