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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 264 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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264 L. V. Graff, K. v. Lendeufeld, E. v. Mareuzeller. tropischen Meeren genau beschrieb. Einen ungeahnten Umfang erreichte aber diese bis dahin zwischen Anneliden, Trematoden und Milben hin und her geschobene Thiergruppe mit der Bearbeitung des gesammten in Museen vor- handenen und von zahlreichen Tiefsee-Expeditionen erbeuteten Materiales durch Graff. \) Dabei wurden zu den vorhandenen 12 nicht weniger als 63 neue Arten beschrieben, darunter eine als Repräsentant des nov. gen. StelecJiopus. Graff schlägt vor, aus der bisherigen Gattung Mijzostoma eine Ordnung mit zwei Familien (Stelechopidae und 3Iysostomidae) zu machen. Wichtiger erscheint der Nachweis, dass letztere Familie nicht bloss Ectoparasiten, sondern da- neben Erzeuger von PwwwZae-Deformitäten und schliesslich solche Formen enthalte, welche sich in das Innere der Pinnulae und Arme ihrer Wirte ein- bohren und die so erzeugten Cysten bewohnen, um in denselben die Eier abzulegen. Diese Cystenbewohner sind (im Gegensatze zu den hermaphro- ditischen ectoparasitischen Myzostomiden) getrenntgeschlechtlich mit oft sehr weitgehendem Geschlechtsdimorphismus. Ferner konnte Graff nachweisen,^) dass auch die fossilen Crinoiden mit Myzostomiden behaftet gewesen waren, womit wohl die älteste Spur des Parasitismus auf der Erde constatiert ist. Fr. V. Wagner-Kremsthal bearbeitete „Das Nervensystem von Myzo- stoma^' (Graz 1886) und beschrieb später eine neue adriatische Species. E. V. Marenzeller constatierte zuerst, dass Myzostomiden auch in See- sternen vorkommen.^) Er fand sie wiederholt in den erweiterten Blinddärmen der in grösseren Tiefen des Mittelmeeres lebenden Ästerias richardi Per. und edmundi Ludw. und gab ihnen den Namen: M. asteriae. B. Die Kenntnis der Arten und ihrer Verbreitung (Faunen). Hier sollen nur solche wesentlichere Arbeiten angeführt werden, die in dem früheren Abschnitte nicht vorkommen. Das „Systema Helminthum" von Karl Diesing, Custosadjuncten am zoologischen Hofcabinete, und die Nachträge hiezu sind reiche Fundgruben für die Helminthenfauna Brasiliens, da sie die Bearbeitung eines grossen Theiles der unvergleichlichen Sammlung, welche Karl Natterer daselbst ge- macht hatte, enthalten. Weitere Beiträge lieferte 11. Molin. Die Diagnosen eines ansehnlichen Theiles der Nematoden verbesserte Dr. E. Freih. v. Dräsche. Karl Schmarda beschrieb und bildete ab in seinen „Neuen wirbellosen Thieren", 1859—1861, zahlreiche auf seiner Reise um die Erde 1853—1857 gesammelte Nemertinen, Annulaten und Rotatorien vom Cap der guten Hoffnung, Ceylon, Australien, Neuseeland, Süd- und Centralamerika. Einige Jahre früher erschien seine seltsamerweise niemals recht bekannt ge- wordene „Geographische Verbreitung der Thiere". Dieser Autor sowie L. v. Graff und R. v. Lendenfeld sind die einzigen Oesterreicher, welche die 1) Challenger-Report, Vol. X, 1884 und Supplement, Vol. XX, 1887.— -) l'alo(mto»Tapliica 1885. — 3) Anz. k. Ak. 189.5.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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