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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Seite - 277 -
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Seite - 277 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Geschichte der Zoologie. 277 logie festsetzen: schon glaubt man die Grundfesten unserer darwinistisclien Naturanschauung ins Wanken zu bringen und von der Unrichtigkeit altbe- währter Uutersuchungsmethoden überzeugt zu sein. Neue Zeiten, neue Ziele! Das reiche Beobachtungsmaterial, das wir den vergleichenden Embryologen der letzten Decenuien verdanken, wird einer neuen Wissenschaft, der Entwick- lungsmechanik, dienstbar gemacht, das Thierexperiment, einst nur zunftmässig bei wenigen, meist höheren Thieren zur Lösung enger begrenzter Fragen be- nützt, findet eine allgemeinere, gleichmässigere Anwendung in den verschie- densten Thierclassen. Missbildungen aller Art wollen nun einmal erklärt, nicht immer nur sorgfältig beschrieben und bewundert sein. Das Thier, früher nur vielfach für den einen als Sammlungsgegenstand für Museen, für den anderen als sorgfältig in gefärbte Schnittserien zerlegtes „Material" von Wert, soll nun wieder als lebender Organismus im Laboratorium wie im Freien, als selbständig functionierender Mikrokosmos wie als Theil des Makrokosmos Gegenstand genauerer Untersuchungen werden; die Systematik wird in neue Bahnen gelenkt; von vielen dieser neuen oder scheinbar neuen Gesichtspunkte Hessen sich auch die Carcinologen der letzten Jahre leiten. Ich erinnere an die vielbesprochenen Arbeiten von Bethe, Duncker, Loeb, Ortmann u. a. In Oesterreich ist, wenigstens auf carcinologischem Gebiete, von dieser „neuen Richtung" noch wenig zu bemerken. Zu den Entwicklungsmechanikern zählt gegenwärtig nur Przibram mit seinen Arbeiten über die Regeneration bei den Crustaceen (1896, 1899). Die moderne „ethologische", im besondern „oecologische" Richtung ist vertreten durch die beiden Arbeiten von Lorenz: die früher erwähnte, leider bisher viel zu wenig gewürdigte und beachtete: Physik. Verhältn. u. Vertheil. d. Organismen im Quarnerischen Golfe (1863) und sein neuestes Werk: „Der Hallstätter See" (1898). Um die oecologische Erforschung unserer heimischen Süsswassercrustaceen hat sich vor allen A. Fric grosse Verdienste erworben. Neben den Arbeiten einiger Ausländer, welche die Crustaceenfauna einiger Alpenseen untersuchten (so Garbiui, Imhof, Zsehokke), wären nur noch die Untersuchungen Wierzejskis und Dadays über die Fauna der Tatraseen zu erwähnen. Erst in neuester Zeit betheiligten sich auch die Deutschen an der oecologischen Erforschung der heimischen Süsswassercrustaceenwelt (Steuer, 1900), und bei der vor kurzem in Aussicht genommenen systematischen Durchforschung unserer Alpenseen wird hoffentlich auch die Lebeusgeschichte der Krebse Gegenstand genauerer Untersuchung werden. Ueber Vorkommen, Lebensweise, Erscheinungs- und Laichzeit der Crustaceenfauna des Triester Golfes verdanken wir endlich Graeffe in seiner eben erschienenen Publicatiou (August 1900) wertvolle Angaben.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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