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Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
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Seite - 297 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900

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Geschichte der Zoologie. 297 herabgedrückt werden. Es ist einleuchtend, dass eine Species, wenn sie in Gegenden verschlagen wird, in welchen die Nahrungsmittel widerstands- kräftiger oder die für die Palpen dienenden Objecte verborgener sind, ent- weder zugrunde gehen oder durch Zuchtwahl sich zu Macromandibulaten und Macropalpaten umwandeln, und es können diese Umwandlungen bei den ver- schiedensten, der Abstammung nach weit auseinanderstehenden Species ein- treten. Die umgestalteten Species haben allerdings den ihnen auferlegten Habitus gemeinschaftlich angenommen und ähneln nicht mehr ihren wirk- lichen Verwandten. Diese letzteren sind sonach nicht in der Form jener veränderten Organe, sondern in dem Vorhandensein biologisch unwichtiger Charaktere zu suchen, welche die Thiere bei ihrem Anpassungsprocess, weil sie nicht schaden, beibehalten und als Familienwappen mit sich fort- schleppen. Dieses Princip hat der Verfasser des „Nouveau Systeme" im Gegensatze zu seinen Vorgängern festgehalten und bei seinen späteren Arbeiten mit Vor- theil befolgt. Es scheint, dass die Collision wichtiger Arbeiten in der Geschichte der Orthopterologie sich eingebürgert hat. So wie im Jahre 1839 die Werke Burmeisters und Servilles und im Jahre 1853 Fischers und Fiebers gleichzeitig erschienen sind, trat der nämliche Uebelstand bei der Publication des „Nouveau Systeme" ein, indem H. de Saussure im Jahre 1863 eine grosse Zahl neuer Blattiden beschrieb^) und somit die Priorität hatte. Allein de Saussure selbst gab dem System des ersteren Werkes den Vorzug und führte in einer späteren Abhandlung^) seine Genera und Specis auf die Brunner'sehen Bezeichnungen zurück. Diese beiden Arbeiten erweckten bei dem schwedischen Entomologen C. Stäl das Bestreben, für alle Familien der Orthopteren neue systematische Arbeiten zu unternehmen. Seine Thätigkeit auf diesem Gebiete begann mit einer Kritik der angeführten Schriften^). Allein bald folgten nun seine posi- tiven Arbeiten über sämmtliche Familien der Orthopteren, durch welche der Grund zu einer Umgestaltung der Systematik gelegt wurde. Die Arbeiten Stals zeichnen sich durch eine Fülle neuer Merkmale aus, und Referent gesteht, dass er bei seinen späteren Arbeiten wenige Merkmale verwendet hat, welche er nicht bei Stäl vorgefunden hat. Allein Stäl vindi- cierte denselben nicht die ihrer Bedeutung entsprechende Stellung. Wichtige Unterschiede, welche zur höheren Gruppeneintheilung sich vorzüglich eignen, werden als Species oder Genusmerkmale verwertet, und für die höheren Ab- theilungen werden weniger wichtige Charaktere gebraucht, und hiebei sind in den Dichotomentabellen die Gegensätze nicht scharf ausgedrückt. So kam es, dass seine Systeme vielfach unnatürlich erscheinen und für denjenigen, welcher sie zu benutzen suchte, beinahe unverständlich sind. In der Erkenntnis dieses Uebelstandes strebte Referent an, vor allem systematische Grundlagen zu schaffen, und veranlasste seine Schüler und 1) Melanges orthopti-iologiques, T. 1, tasc. 1, Geneve 18G3.— ^) L. c, läse. 2.— =') C. Stäl, Recherches sur le Systeme des Blattaires, Bihang tili k. svenska Vet. Akad. Handlingar 2, Nr. 13, Stockholm 1874.
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Botanik und Zoologie in Österreich In den Jahren 1850 bis 1900
Titel
Botanik und Zoologie in Österreich
Untertitel
In den Jahren 1850 bis 1900
Autor
Alfred Hölder
Herausgeber
K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
14.3 x 24.0 cm
Seiten
716
Kategorien
Naturwissenschaften Biologie
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