Seite - 302 - in Botanik und Zoologie in Österreich - In den Jahren 1850 bis 1900
Bild der Seite - 302 -
Text der Seite - 302 -
302 A. Handlirsch.
Diese Monographie der Ordnung Thysanoptera^) nmfasst auf 480 gr. 4*'-
Seiten und 10 schön ausgeführten Tafeln eine in jeder Beziehung hervor-
ragende Bearbeitung der Blasenfüsse. Morphologie der äusseren und inneren
Organe, Biologie und Systematik werden ebenso gründlich behandelt wie
Kritik und Entwicklungsgeschichte. Welchen Fortschritt diesesWerk für unsere
Formenkenntnis bedeutet, ist daraus zu ersehen, dass von 135 behandelten
Arten 63 und von 36 Gattungen 11 neu sind.
Rhynchoten.
Bearbeitet von A. Handlirsch.
Das Erscheinen der grossartigen Werke von Linne, Fabricius und La-
treille bewirkte, wie auf dem ganzen Gebiete der Entomologie, auch in dem als
Hemipterologie bezeichneten Theile dieser Wissenschaft einen namhaften
Aufschwung, der sich in der ersten Hälfte des abgelaufenen Säculums durch
die Veröffentlichung vieler grosser und bedeutender Specialwerke geltend
machte. Während jeder unserer Nachbarstaaten im Norden, Westen und
Süden schon damals mehrere bedeutende Hemipterologen aufzuweisen hatte,
wollte der von jenen grossen Begründern der Systematik gestreute Same in
Oesterreich lange nicht keimen, und es begannen sich hier erst gegen die
Mitte des Jahrhunderts drei Zoologen etwas eingehender mit dem Studium der
Rhynchoten zu beschäftigen.
Es sind dies Vincenz Kollar (I. Gustos und Leiter des zoologischen
Museums in Wien, geb. 1797 zu Kranovitz in Preussisch-Schlesien, gest.
18602), Dr. Friedr. Kolenati (Professor in Brunn, geb. 1813 zu Prag, gest.
1864) und Dr. Franz Xav. Fieber (Director am Kreisgerichte zu Chrudim in
Böhmen, geb. 1807, gest. 1872^).
Kollar, in weiteren Kreisen als Verfasser der Naturgeschichte der schäd-
lichen Insecten (1837) bekannt, widmete sich vorwiegend biologischen Studien
und publicierte nach 1850 nur mehr einige kleinere Arbeiten in den SWA.
(1851—1888) und in den ZBG. 1857.
Auch von Kolenati s Publicationen erschien der grössere Theil bereits
vor 1850 und es dürfte daher genügen, hier nur auf die „Meletemata entomo-
logica"^) hinzuweisen, einer monographischen Bearbeitung der Hemipteren
des Kaukasus, eine Arbeit, welche übrigens in keiner Richtung als besonders
hervorragende Leistung zu bezeichnen ist. Ausser den zwei letzten Liefe-
rungen dieses Werkes erschienen in der hier zu besprechenden Periode nur
noch einige ganz untergeordnete biologische und faunistische Arbeiten Kole-
natis.
Im Gegensatze zu den genannten Autoren veröffentlichte Fieber die
meisten und bedeutendsten seiner ausschliesslich systematischen Arbeiten nach
1) Königgrätz 1895. Gekrönt mit dem Jubilämnspreise der bölimischen Akademie in Prag»
— 2) Vide Nekrolog von Schiner in der WEM. IV, S. 222.— s) Vide Ent. Monthly Magaz. Vlllj
278. — *) Meletemata entomologica Fase. II, 184.5; IV, 1846; V, 1846; VI, 1856; VII, 1857. Die
beiden letztgenanuteu IJeferungen erscliienen in den Bullet, de Moscon Vol.XXIX etXXX. In
den hier nicht erwähnten Lieferungen ist nichts über Hemipteren enthalten.
Botanik und Zoologie in Österreich
In den Jahren 1850 bis 1900
- Titel
- Botanik und Zoologie in Österreich
- Untertitel
- In den Jahren 1850 bis 1900
- Autor
- Alfred Hölder
- Herausgeber
- K. K. ZOOLOGISCH-BOTANISCHEN GESELLSCHAFT
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 14.3 x 24.0 cm
- Seiten
- 716
- Kategorien
- Naturwissenschaften Biologie